Mehr Wertschätzung für Blogs

Wertschätzung für Blogs
Katrin von Hilgerlicious hat ihre Blogparade gestartet, die den großartigen Titel “Wertschätzung für Blogs” trägt.

Es geht darum, dass wir Blogger immer weniger wert geschätzt werden. Dass die Follower-Zahlen auf den Social Media-Plattformen, und ja hauptsächlich Instagram, wichtiger sind.
In den 11 Jahren, die ich jetzt schon blogge, hat sich so viel verändert in der Bloggerwelt. Eigentlich kann man schon sagen, dass es die Bloggerwelt von damals nicht mehr gibt.

Ich möchte noch erwähnen, dass ich mit meinem Blog kein Geld verdiene. Überhaupt nichts! Möchte ich auch nicht. Trotzdem ist es wichtig, dass der Blog und was da für eine Arbeit hinter steckt wertgeschätzt wird. Egal auch welcher Richtung es kommt.

Was ist ein Blog?

Ich möchte da jetzt auf jeden Fall differenzieren. Für mich ist ein Instagram-Account kein Blog. Punkt. Wenn ich bei einem Instagram-Influencer lese, dass er seinen Blog auf Instagram hat… Äh nein! Auch habe ich schon was von einem Facebook-Blog gelesen. Hihi. Ja, nee. Meine Facebook-Seite zum Blog ist kein eigenständiger Blog.

Ein Blog ist etwas, wo du schreibst. Viel schreibst. Und recherchierst, Bilder machst und die bearbeiten musst (mehrere pro Post am Besten), wo nachher ein langer, richtig schöner Text produziert wird. Ein Blogbeitrag schreibt sich nicht innerhalb von wenigen Minuten, sondern braucht schon sehr lange. Ich weiß jetzt schon, dass ich an diesen Post mehrere Tage sitzen werde.
Ich möchte die Social Media nicht verteufeln. Sie haben ja schon irgendwie ihre Daseinsberechtigung. Es sind nur eben keine Blogs. Wenn meine Ansicht zu “Old School” ist, dann tut es mir leid.
Ja, ich habe auch Accounts in den Social Media. Es ist allerdings absolut kein Vergleich zu einem Blog. Die Vergleiche kann ich also gut ziehen.

Schnelllebig oder nachhaltig?

Gerade in Social Media ist ein Beitrag schnell weg. Auch wenn man genug Follower hat, die vielleicht zum größten Teil nicht gekauft sind, heißt es trotzdem nicht, dass jeder das Bild sieht. Bei einem Blogbeitrag ist es anders. Es gibt diverse Möglichkeiten den Blog zu folgen, so dass kein Beitrag verpasst wird.

Ich habe zum Beispiel in meinem eMail-Programm diverse Blogs drin und so kann ich einfach nichts verpassen. Sie werden mir per RSS-Feed praktisch wie eine eMail angezeigt. Ich bin definitiv ein Follower jeden einzelnen Beitrages. Ich kann nichts verpassen.
Bei Instagram z.B. verpasse ich einiges meiner Follower, weil ich es dank Algorithmus nicht zu sehen bekomme. Ja, ich kann eine Benachrichtigung einschalten, aber das ist auch nur von meinen liebsten Accounts so. Alle sind gar nicht möglich.
Also ein deutlicher Vorteile für Blogs! In meinen Augen somit deutlich wertvoller für Kooperationspartner.

Was ich aber damit sagen möchte ist, dass ein Beitrag in einem Social Media innerhalb sehr kurzer Zeit verschwunden ist und auch selten durch Suchmaschinen gefunden wird. Dadurch ist die Masse auf dem einzelnen Kanal einfach zu groß.
Ein Blogbeitrag dagegen ist auch nach langer Zeit noch auffindbar. Egal, ob man durch Suchmaschinen kommt oder direkt in dem Blog was sucht. Es verschwindet einfach nicht in den Massen.

angeltearz-liest.de

Blogger haben mehr Background-Wissen

Okay, das stelle ich jetzt einfach mal in den Raum. Ich spreche da jetzt einfach mal von mir.
Ich habe durch das Bloggen gelernt mit WordPress umzugehen und mit Blogspot. Ich habe mir selber html angeeignet und kann mein Layout selber umschreiben.
Ich habe gelernt, wie ich Fotos mache und die Sachen gut in Szene setzen kann. Das lässt sich auf jeden Fall noch optimieren. Man lernt ja nie aus!
Ich habe mir Monate lang Google Analytics angeschaut und komme damit einigermaßen zurecht.
Ich habe gelernt mit Worten umzugehen und dass mir schreiben mehr liegt als sprechen.
Ich habe mich mit der DSGVO, also dem Datenschutz, auseinander gesetzt und noch mehr gelernt, als ich vorher schon wusste.
Und ich weiß was das Urheberrecht ist. Und dass gerade in der Buchblase sehr auf das Urheberrecht geachtet werden muss und nichts einfach so gemacht darf.
Durch das Bloggen überhaupt habe ich so unglaublich viel gelernt und auch schon angewendet. Es kann mir kein Influencer erzählen (der nie einen Blog betrieben hat!), dass er das alles auch gelernt hat. Wobei gerade Datenschutz und das Urheberrecht wichtig ist.
Ja, auch bei Bloggern gibt es hier Ausnahmen! Blogger, die sich nicht damit auseinander setzen wollen / können. Ich sag da nur Impressumspflicht. Ich spreche jetzt nur für mich!

Kleine Anekdote: Ich bin ja nun Buchbloggerin und bekomme von Autoren und Verlage Bücher zugesendet, um diese zu lesen und hier auf meinem Blog zu rezensieren. Ich habe allerdings auch schon Anfragen bekommen, ob ich ein Buch bei Instagram zeigen kann. Nur dort zeigen. Mehr nicht. Was ich dann dankend abgelehnt habe, weil ich darin keinen Sinn sehe.

Nächste Anekdote: Besagte Verlage (nicht alle!!!) sind die Followerzahlen meiner Social Media Accounts wichtiger als die Klickzahlen auf dem Blog. Weil die Influencer nun mal wichtiger sind als Blogs. Und weil die Chance größer ist, dass das Buch auf einem Social Media durch mehr Leute gesehen wird, als auf einem Blog.

Ein Kampf gegen Windmühlen

Ich weiß selber, dass es ein Kampf gegen Windmühlen ist. Ich kenne selber genug Blogger, deren Aktivität auf den Social Media-Accounts größer ist als auf den eigenen Blog. Leute, die sogar den eigenen Blog schon gelöscht haben und nur noch einen Instagram-Account pflegen.
Alles geht schneller und einfacher. Man muss sich um den ganzen Rattenschwanz, der an dem Blog hängt, nicht kümmern.

Und so lange es Menschen gibt, die einen Social Media-Account haben und sich selber Blogger nennen, wird es wohl auch nie wieder anders werden.

Unterm Strich

Okay, ich verdiene mit meinem Blog kein Geld und ich blogge in einer sehr kleinen Nische. Hier in meiner Nische, fühle ich mich und meinen Blog wertgeschätzt. Das alleine schon durch die vielen eMails, die ich von Autoren und kleinen Verlagen bekomme. Und es ist Balsam für die Seele.
Es gibt aber diverse andere Blogs, wie z.B. Fashion oder Food, die mit ihrem Bloggerdasein schwer zu kämpfen haben und die die Wertschätzung definitiv mehr verdienen, als ihr Influencer-Ersatz.

Ich bin Bloggerin aus Überzeugung.
Social Media werden für mich niemals ein Ersatz sein können.

Wie siehst du das?
Fühlst du dich mit deinem Blog wertgeschätzt?
Oder siehst du irgendwo Handlungsbedarf?

Signatur Buchblog angeltearz liest

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14 Kommentare bei “Mehr Wertschätzung für Blogs

  • Liebe Steffi, genauso sehe ich das auch. Schnell mal ein Buchfoto schießen, hochladen, ein paar Hashtags dazu und schwupp das wars? Ja gerne, ich liebe Insta, aber nur als Ergänzung. Der Mensch ist zwar ein Augentier und ich spreche mich selbst nicht davon frei, dass ich gerne auf Insta und manchmal auch FB unterwegs bin. Aber ohne das Herzstück, nämlich meinen Blog, wäre mein eigenes lustiges Fotoposten nicht viel wert. Da fehlt mir die Nachhaltigkeit und die inhaltliche Tiefe. Ich betreibe meinen Blog immer noch mit Herzblut und viel Leidenschaft. Daran können auch noch so viele Fotos ohne diese Basis nicht kratzen. Ist aber auch nur meine Meinung. 📖🎧
    Habe einen schönen Tag!
    Heike

    • Hey Heike,
      es ist ja auch völlig in Ordnung. Ich poste auch täglich ein Foto auf Insta. :D
      Ich verstehe deine Meinung total und stehe da auch hinter dir.
      Hab einen wunderschönen Abend!

  • Hallo Steffi,

    ich freue mich immer über die anregenden Themen, die bei dir aufkommen.

    Für mich macht einen Blog aus, dass ich Beiträge wieder finden kann. Das funktioniert mit Instagram, Facebook & Co. einfach nicht. Da sehe ich es wie du, dass Bloggen eindeutig nachhaltiger ist.

    Daher sehe ich in diversen Social-Media-Kanälen auch keine Konkurrenz zu meinem Blog. Da ploppen zwar viele Beiträge kurz auf, aber die Beiträge von Bloggern kann ich mir auch später in Ruhe anschauen. Genauso kann man zu einem späteren Zeitpunkt in Ruhe auf Beiträge reagieren und sich mit den Bloggern austauschen. Bei FB & Co. denke ich mir zwar manchmal, den Beitrag musst du dir für später speichern und es in aller Ruhe noch einmal lesen – aber aus dem später wird zu 98 % ein NIE. Auf den Blogs bunkere ich manche Kommentare oder Beiträge schon mal mehrere Tage, um mich in angemessener Form damit zu beschäftigen. So laufen sogar manche ‘Gespräche’ auf meinem Blog über mehrere Wochen – und das finde ich grandios!

    Social Media ist trotzdem eine nette Ergänzung. Ich schieße gerne Buchfotos, klicke mich durch diverse Beiträge im Stream und poste die Links zu meinen Blogbeiträgen. Damit passt das für mich.

    Die Wertschätzung ist mir eigentlich nicht wichtig. Für mich zählt der Austausch, darum bin ich überhaupt erst in dieser Buchblogger-Welt gelandet. :) Klar, ich freue mich, wenn Anfragen kommen. Das ist natürlich auch Wertschätzung. Darüber habe ich so noch gar nicht nachgedacht. Und wenn ich jetzt spontan antworte, dann sage ich ja, ich und mein Blog fühlen uns wertgechätzt.

    Liebe Grüße,
    Nicole

    • Hey Nicole,
      und ich freue mich, dass du dich freust. :D Ich mag solche Themen und die Meinung anderer dazu total gerne. <3

      Ohja, diese Gespräche in den Kommentaren ist einfach wunderbar. Ich liebe es auch! Oft werden Blogbeiträge ja auf den Social Media (meistens FB) kommentiert und dann wird erwartet, dass darauf großartig reagiert wird. Ich muss mich da echt zurückhalten...

      Das mit der Ergänzung sehe ich da ganz genauso wie du. Es ist wirklich schön, dass man dort noch mal einen Blogpost anders zeigen kann, es aber doch letztendlich wieder auf den Blog zurückläuft.

      Es ist sehr schön, dass du und dein Blog euch wertgeschätzt fühlt. So soll es sein! <3

  • Klasse Post, finde ich wirklich super!
    Ich bin seit Ende 2014 auf Blogspot gewesen, Ende letzten Jahres habe ich zu wordpress gewechselt und was habe ich da für Erfahrungen durchlebt. HTML, CSS etc. waren mir komplett neu, das habe ich mir alles selber beibringen müssen, um meinem Hobby nachgehen zu können.
    Ich mache mir Gedanken über meine Posts, will sie abwechslungsreich, inhaltlich stimmig und auch optisch schön anzusehen gestalten, das nimmt vielviel Zeit in Anspruch.

    Ich bin auch gerne auf Instagram unterwegs und auch dafür nehme ich mir die Zeit. Ja, Fotos machen und bearbeiten braucht Zeit, aber die Fotos habe ich sowieso schon für meinem Blog gemacht. Die Bildunterschrift wird in einer Minute geschrieben, ich muss mich um nichts kompliziertes kümmern, kann einfach auf Posten klicken.

    Aber trotzdem bekomme ich auf Instagram deutlich mehr Aufmerksamkeit, was schade im Vergleich zu meinem Aufwand ist und das wird vermutlich fast jedem Blogger zu gehen. Aber Instagram hat schließlich deutlich mehr Nutzer, als dass es aktive Blogleser gibt. :)

    Liebe Grüße!

  • Hallo Steffi,
    das ist wirklich ein sehr schöner Beitrag und ich finde du hast vollkommen recht.
    Ein Blog bedeutet schon mehr Arbeit, wenn man sich damit auseinandersetzt. Man möchte ja einfach seinen Follower auf dem Blog auch was bieten, also mit schönen Beiträgen und nicht nur Rezensionen meine ich. Und deshalb überlegt man sich ja auch öfter mal was neues. Oder zumindest mache ich das. So versuche ich öfter mal kleine Specials zu einem bestimmten Thema einzubauen. Und das bedeutet einfach erstmal Überlegungen was ich überhaupt machen möchte, welche Beiträge ich schreiben möchte und was ich sonst vielleicht noch dazu posten / schreiben möchte.
    Das nimmt viel Zeit in Anspruch, die ich aber gerne investiere, weil mir mein Blog Spaß macht. :)
    Ich merke zum Beispiel öfter mal, dass ich an manchen Tagen hauptsächlich Dinge von meinem Blog in Twitter poste und gar keine anderen Tweets. Ich bin nicht immer so wahnsinnig aktiv dort, obwohl ich diese Plattform auch sehr gerne mag. Aber ich verbringe doch etwas lieber meine Zeit mit meinem Blog als auf Twitter.
    Liebe Grüße
    Diana von lese-welle.de

    • Danke schön, liebe Diana. :)
      Die Zeit ist wirklich ein sehr großes Thema. Ja genau, die investiert man wirklich total gerne. <3
      Hab einen tollen Tag!

  • Guten morgen,
    ich sehe das genauso wie Du. Ich bin eigentlich auch so ein Nischenblog, aber ich bin bis jetzt damit zufrieden. Zusätzlich bin ich nicht auf Instagram, Twitter oder so. Auf Facebook ja, aber das ist nicht mein Hauptschwerpunkt. Dies ist und bleibt mein kleines Bücherzimmer (blog). Zumal ich eh eine Genre habe, die ein wenig abweicht von all den Fantasy, Science Fiction und co. Denn eigentlich ist mein Schwerpunt True Crime. Obwohl ich offen für fast alles bin.
    Ja, doch, ich fühle mich gewertschätzt. Schon allein wegen der vielen Bekannten, die ich durch den Blog kennengelernt habe und mit vielen, wo ich auch in Kontakt geblieben bin. Und die sich immer wieder freuen, wenn ich zur Buchmesse erscheine :-)
    Ganz liebe Grüße
    Anja vom kleinen Bücherzimmer

  • Mittlerweile habe ich auf Twitter bestimmt das vierfache an Followern als auf meinem Blog, aber deswegen würde ich ihn nicht aufgeben. Klar man bloggt in einer Nische, klar gibt es mittlerweile eine Fülle an Blogs, wo es schwer ist herauszustechen. Doch das, was ich zu einem Buch oder einem Film denke, könnte ich nicht in ein paar Wörtern bei Twitter packen. Das mit dem einfach Bücher auf Instagram zeigen, verstehe ich auch nicht. Was bringt mir das wenn ich das Buch irgendwo sehe oder es nur einen Satz dazu gibt? Klar Socialmedia geht schneller, doch mir sind Blogtexte, in denen viel Liebe gesteckt wird, lieber. Von daher: Ein schöner Beitrag von dir!
    Liebe Grüße
    Nadine

    • Hey Nadine,
      leider geht es ja mittlerweile nicht mehr ohne Social Media. Deswegen würde ich die auch nicht mehr aufgeben. :D
      Bei Insta geht es tatsächlich eher um die Bilder und nicht um den Text. Den lesen so oder so kaum welche. Habe ich gemerkt.

      Danke dir! <3

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