Verlust der Realität in der Bloggerwelt

Verlust der Realität in der Bloggerwelt

8. September 2017 46 Von Steffi
Vielleicht ist es auch ein Fazit zu meiner Blogparade “Du und dein Blog“. Denn irgendwie passt auch ganz gut dazu. Erst hatte ich überlegt ein richtiges Fazit zu schreiben, aber ich möchte nicht mit den Finger auf jedes einzelne Detail zeigen. Ich nehme mir jetzt mal das, für mich, Schlimmste vor.

In den letzten Wochen haben sich bei mir einige Gedanken angestaut. Worte, die ich aus der Blogparade mitgenommen habe. Aber auch Worte, die ich in den Social Media gelesen habe. Ich möchte jetzt mal diese Worte bündeln und rauslassen.


Du und dein Blog

Ich wollte mit meiner Blogparade etwas erreichen. Ich wollte zeigen, dass hinter einer gestellten Welt des Internets ein Mensch ist, der seine Fehler hat. Ein Mensch, der Fehler machen darf. Auch in einer perfekten Welt!
“Was einen an der Bloggerwelt stört” sollte nicht bedeuten, dass man aufzählt, was einen an den Blogbeiträgen der Anderen stört. Niemand ist verpflichtet etwas zu lesen, was er nicht mag. Oder einen Blog zu besuchen an dem ihn etwas stört. Nur weil man selber etwas nicht mag, bedeutet es nicht, dass der Andere das so nicht machen darf.
Aber genau das ist die Ignoranz und Intoleranz, die viele verteufeln, aber dann doch selber machen. Vielleicht merken sie es selber nicht. Vielleicht ist es vielen nicht bewusst was sie da tun.
Das Menschen damit verletzt werden. MENSCHEN. Keine Computer.

Ausschlaggebend für meinen Beitrag hier war auch ein Blogbeitrag einer anderen Bloggerin. Diesen gibt es jetzt nicht mehr und deswegen verlinke ich auch nicht. Ich möchte auch nicht, dass sie wieder in den Vordergrund deswegen gerückt wird. Es ging darum, wie sehr uns Social Media beeinflussen. Verdammt, sie hatte so recht! Und anstatt dass die Leser dieses Beitrages einen Schritt zurückgehen und darüber nachdenken, wird sie angegriffen.

“Der Ton macht die Musik” – Und ja im Internet den richtigen Ton zu finden ist schwierig. Irgendwer fühlt sich immer angegriffen, obwohl es vielleicht gar nicht so gemeint war. Aber gerade wir Büchermäuse und Blogger müssten doch eigentlich wissen, wie wir uns mit Wörter ausdrücken können. Aber anders herum auch wissen, dass das geschriebene Wort vielfältig interpretiert werden kann.
Es bricht mir das Herz, wie man dann miteinander umgeht. Seien es Blogger untereinander oder gar Leser gegen Blogger. Ich frag mich immer, was das soll!?

Warum ist es nicht möglich seine eigene Meinung zu äußern, ohne dafür auseinander genommen zu werden? Dass nicht jeder die gleiche Meinung hat, ist klar. Aber Respekt sollte jeder gelernt haben.
Fehlte dieser Respekt im Internet? Internet an, Respekt aus?
Ich finde ja, dass man jemanden auch so behandeln sollte, wie man selber behandelt werden möchte. Warum sollte das nicht aus so im Internet sein!?


Es heißt, dass im Internet jeder so sein kann, wie er will.

Endlich kann man so sein, wie man schon immer sein wollte.
Was im Prinzip bedeutet, dass das “nette Mädel von Nebenan” zu einer “angriffslustigen, blöden Kuh” wird. Um das jetzt mal zu überspitzen.

Lassen wir uns zu sehr von Buchcharakteren blenden? Gerade wir Büchernerds nehmen uns Charaktere manchmal sehr zu Herzen. Vielleicht will man so sein, wie sein Lieblingsbuchcharakter. In der realen Welt würde man sich niemals trauen sich zu verändern. So zu sein, wie man möchte. Also macht man es im Internet. Hier ist es einfacher! Hier ist niemand, den man dabei direkt in die Augen schauen muss. Man kann was um sich schmeißen und dann macht man einfach den Monitor aus. Fertig!
Ich finde ja, dass man nachdenken sollte, bevor man postet. Ganz egal, ob es ein Beitrag oder ein Kommentar ist. Egal wo man diese Worte schreibt.


Die perfekte Welt

Die Leser lassen sich blenden, von einer perfekten Welt. Es ist so.

Ja, ich lasse mich auch blenden. Ich bin nun mal realistisch. Aber ich habe mir im Gegenzug angewöhnt, dass ich das Meiste nicht mehr ernst nehme, was im Internet geschrieben, gesagt oder gezeigt wird. Traurig oder? Dabei möchte ich doch alles ernst nehmen können. Ich persönlich möchte den Menschen sehen, der er ist und nicht das was er vorgibt zu sein.

zu übertrieben, zu nett, zu arrogant, zu ignorant
zu wenig, zu viel
Pauschal und grundsätzlich falsch!

Gibt es überhaupt ein Richtig? Nein! Definitiv nein! Jeder darf machen, was er möchte.

Und OMG, es dürfen auf keinen Fall Fehler gemacht werden. Vor allem nicht Rechtschreibfehler. Das passt nicht in das Sinnbild der perfekten Welt.

Ich habe das Gefühl gegen Windmühlen an zu kämpfen. Denn niemand ist perfekt! Es ist naiv, wenn man denkt, dass es so ist. Auch wenn die Internetwelt es einen so zeigt.

Ein bisschen Mitdenken hat noch niemanden geschadet!
Man sieht auf Instagram ein perfektes Leben? Ähm ja, meinen Wäschehaufen im unaufgeräumten Schlafzimmer interessiert doch auch niemanden. Auch hier sollte der Menschenverstand eingeschaltet werden, dass das nicht perfekt ist.


Ich bin ich

Und ich will mich nicht inszenieren müssen. Das ist mir auch zu anstrengend. Vielleicht ist es auch mein Alter, der Bezug zur Realität oder meine Blogger-Erfahrung von 9 Jahren. Es hat einfach keinen Sinn sich zu verstellen, finde ich.

Wenn jemand Quatsch von sich gibt, dann sag ich es ihm ins Gesicht. Wer mich kennt, der weiß das. Ich brauche kein Internet, um anders zu sein als ich bin.
Ich finde es gerade in einem Blog und bei Rezensionen wichtig, dass man ist wie man ist. Das man hinter dem was man schreibt und tut stehen kann. Ich möchte auch in ein paar Jahren auf diesen Blog zurückblicken und sagen können, dass ich jedes einzelne Wort stimmt. Dass ich stolz darauf sein kann und nicht mit den Kopf auf den Tisch haue, weil ich nicht weiß warum ich das da so steht. Mir vielleicht sogar peinlich ist.

Ich kann doch viel entspannter ich sein, wenn ich nicht krampfhaft versuche jemand anders zu sein.


Fakt ist

Alle haben was zu meckern, aber niemand hilft.
Alle wollen zusammenhalten, aber jeder kämpft doch für sich alleine.
Alle sagen, dass du das und das machen musst/sollst, aber keiner akzeptiert die Vielfalt.
Alle wollen diese Vielfalt, aber man darf keine verschiedene Meinungen haben.
Alle schreiben von Ehrlichkeit, aber ehrlich meinen es die Wenigsten.
Alle sagen “man sollte”, aber sollte es nicht eher heißen “man kann”.


Und Fazit ist

Es wird zu viel Wert auf die bloggenden Leser gelegt, dabei ist jeder Leser genial und einzigartig.
Jeder Blogger sollte sich grundsätzlich nur um seinen eigenen Blog kümmern, anstatt um den des Anderen. Weniger meckern, sondern einfach mal selber machen.
Denn wenn einen etwas stört, hat man es selber in der Hand, es zu ändern.
Wenn sich alle die Hände reichen und nicht mit dem Ellenbogen anstoßen, wäre die große Welt der Blogs und deren Menschen dahinter noch schöner.

Auch wenn ich Rechtfertigungen nicht leiden kann, möchte ich noch eins loswerden.
Ich weiß, dass einige Leser hier u.a. an Angststörungen leiden und sich im Internet ausleben können. Ich möchte auch niemanden persönlich angreifen! Wenn ich das wollen würde, hätte ich das definitiv nicht in einem Beitrag gemacht, den jeder lesen kann, sondern denjenigen persönlich angeschrieben.
Sollte sich tatsächlich jemand angegriffen fühlen, möchte ich denjenigen bitten erst mal nachzudenken, bevor er um sich schlägt.

Ach ja, das ist jetzt kein Abschluss zu “Du und dein Blog”. Wer mag, darf selbstverständlich weiterhin mitmachen. Ich würde mich freuen!

Und was ist deine Meinungen?
Ist dir noch was in der Blogparade aufgefallen, was dich stutzen lässt?

Aber bitte bleib sachlich! Ich habe kein Problem damit Kommentare zu löschen. ♡

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