Rezension zu Zessalonn – Die Legenden der Samerier von Nina Döllerer

Zessalonn - Die Legenden der Samerier von Nina Döllerer

“Viele Jahre lang hat der neunzehnjährige Nareth unter der Grausamkeit seines Vaters gelitten. Als er den Mut aufbringt zu fliehen, reist er in die Goldene Stadt – Zessalonn. In den Reihen der Soldaten kann er endlich das Leben führen, das er sich immer erträumt hat.
Währenddessen rüstet Artharion – der Herrscher des Nordreiches – zum Angriff auf die Goldene Stadt. Als sich herausstellt, dass Nareth das Erbe eines alten Volkes in sich trägt, muss er ein Schicksal aufnehmen, das ihn auf eine harte Probe stellt. Bald führt er nicht nur einen Kampf gegen die Nordländer, sondern auch einen gegen sich selbst. Dann bricht Nareths Vergangenheit über ihn herein und alles, woran er geglaubt hat, gerät aus den Fugen.”
~ Klappentext


Meine Meinung


Kennst du dieses Gefühl, wenn du ein Buch wirklich sehr gerne mögen würdest, aber irgendwie fehlt da was?

So geht es mir mit diesem Buch. Ich habe es unheimlich gerne gelesen und die Geschichte rutschte einfach so durch. Es lässt mich aber mit einem sehr gemischten Gefühl zurück. Ich versuche es mal zu erklären.

Nareth erlebt etwas, was nicht schön ist. Er wird von seinem Vater misshandelt und kann irgendwann fliehen. Er flieht in die nächste große Stadt, so Freunden. Dann tritt er den Soldaten bei und wird ein großartiger Kämpfer. Allerdings gibt es dort noch einen Zusatz, denn es stellt sich raus, dass Nareth ein besonderer junger Mann ist. Wenn man das so liest, dann ist es eigentlich nichts besonders und nicht die erste Geschichte, die ich in dieser Art lese.
Ich hatte immer wieder gehofft, dass etwas passiert was mich umhaut. Der Plot bietet es ja an. Es passieren auch immer wieder Dinge, die spannend werden. Aber dann, kurz vor der Spannungsspitze, ist es es wieder vorbei. Es ist so, als würde ich eine Achterbahn zum Start hochgezogen und kurz bevor es runter geht, wird die Bahn wieder gerade.

“Nareth! Bring die verdammten Waren endlich aufs Schiff.”
~ Buchbeginn

Und genau das passiert leider in ganz vielen Szenen. Ich habe das Gefühl, dass die Autorin so gerne viel mehr erzählen möchte zu dieser Szene, aber sich vielleicht nicht traut. Es fehlen Details. Kleine Details, die vielleicht die Spannung zum Explodieren gebracht hätte. Und dieses fehlen dieser Spannungsspitzen lässt mich unbefriedigt zurück.

Der Plot ist aber großartig. Wirklich! Ich mag es, wenn ein Charakter diese große Wandlung durchmacht. Und dann doch noch besondere Dinge passieren, die mit diesem Charakter zu tun haben. Dadurch, dass Nareth flieht und dabei einiges erlebt, erfahren wir Leser sehr viel von ihm und ich habe ihn ganz fest in mein Herz eingeschlossen. Er ist ein unglaublich sympathischer Charakter, der hart im Nehmen ist, aber dennoch einen ganz weichen Kern hat. Und genau das hat die Autorin wahnsinnig gut hinbekommen.

“Du musst lernen für dich selbst zu denken. Jeder Mensch sieht die Dinge anders, deshalb kann ein Einzelner dir niemals die Wahrheit erzählen. Wenn du die Welt verstehen willst, musst du sie dir aus der Perspektive des Adlers und der Maus ansehen.”
~ S. 115

Auch das Setting ist unglaublich gut gelungen. Sei es auf dem Weg nach Zessalonn oder in der Stadt selbst. Hier schafft sie es mit wenigen Worten mir ein Bild in den Kopf zu legen, so dass ich mir gut vorstellen kann, was gerade wo passiert.

Ich mag den Schreibstil der Autorin generell sehr gerne. Sie hat es geschafft mich ins Buch zu ziehen und das sagt viel aus. Auch wenn ich das Gefühl habe, dass sie sich an einigen Stellen nicht traut die Worte zu schreiben. Wenn Charaktere in den Krieg ziehen, dann wird es blutig. Und dann darf auch gerne ein Schwert aus einem Krieger schauen oder die Wunde beschrieben werden. Wenn gefoltert wird, dann muss das ausgeschrieben werden. Sonst dürfen Charaktere nicht in den Krieg ziehen.

“Zessalonn ohne die Menschen, ist wie eine Truhe ohne Schatz,[…]”
~ S. 367

Auch wenn das jetzt nach viel Kritik aussieht, so ist es nicht. Mich hat das Buch trotzdem begeistert und vor allem unterhalten. Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen und möchte mehr von Nareth lesen.
Das Ende des Buches hat mich nicht wirklich überrascht. Aber ich möchte wirklich gerne wissen, was im 2. Band passiert und was Nareth erleben wird.

Eine Leseempfehlung gibt es definitiv von mir.
Besonders für die Leser, die gerne ein Fantasy-Buch lesen möchten, dass weniger blutig ist, aber dafür einen großartigen Protagonisten hat.


Das Cover

Das Cover passt perfekt zum Inhalt. Es spricht mich jetzt nicht unbedingt an, aber es ist in sich stimmig.

Zessalonn - Die Legenden der Samerier von Nina Döllerer


Fazit

Der Protagonist Nareth hat es mir wirklich angetan. Er ist ein großartiger Charakter. Dafür ein bisschen Kritik an der Geschichte selbst. Dennoch ein absolut lesenswertes Buch.

4/5 Sternchen
(ganz gut)

Die Buchreihe

Band 1 – Zessalonn
Band 2 – Anbatar


Notizen

Weitere Blogger-Meinungen zu dem Buch
Libramorum

Zum Buch
Fantasy | Selfpublish | 489 Seiten | Band 1 | Taschenbuch
Quellenangabe: Klappentext und Buchcover stammen von der Autorin.
Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsbuch. ♡


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4 thoughts on “Rezension zu Zessalonn – Die Legenden der Samerier von Nina Döllerer

  • Hmmm, gar kein Romantacy. *grübel* Könnte dieser Fantasy dann etwa doch etwas für mich sein? Trotz Deiner Kritik, welche ich absolut verstehe, hast Du mich schon ziemlich neugierig auf dieses Buch gemacht.
    Ich werde noch etwas überlegen, ist ja nicht so das mir die Bücher ausgehen würden XD.

    Huch, jetzt habe ich doch noch kommentiert XD

    • Nope, keine Romantik. :D
      Also ich finde ja, man sollte immer eine gute Auswahl an Büchern auf dem SuB haben. Man muss ja schließlich sich was aussuchen können. Hihi.

      Ich nehme deine Kommentare gerne. <3

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