Rezension zu Wasteland von Judith C. Vogt und Christian Vogt

Wasteland von Judith C. Vogt und Christian Vogt

“Die alten Regeln gelten nicht mehr, seit drei Kriege und das Wasteland-Virus die Menschheit beinahe ausgelöscht haben. Marodierende Banden beherrschen das Land, und auf dem freien Markt sind Waren nur im Tausch gegen Gefallen zu haben.
Um an Medikamente zu kommen, lässt sich die herumreisende Laylay auf ein Geschäft ein: Weil sie als Einzige immun gegen das Virus ist, soll sie den Marktbewohner Zeeto in der Todeszone aufspüren. Als sie ihn findet, ist er bereits infiziert. Zudem hat er etwas in einer geheimen Bunker-Anlage gefunden: ein Baby. Und obwohl das Virus Laylay nichts anhaben kann, beginnt sie sich zu verändern.”
~ Klappentext

Meine Meinung

Wow, okay. Über dieses Buch musste ich erstmal nachdenken, bevor ich mich an die Rezension gesetzt habe. Ich finde es einerseits großartig. Es hat genau das post-apokalyptische Endzeit-Szenario, wie ich es mag. Andererseits werden so viele Klischees und andere Dinge, auf die ich gleich noch eingehen werde, zwanghaft erwähnt, die völlig irrelevant sind. Die die Geschichte nicht verändert hätten, wären sie nicht erwähnt worden.

Dieses Buch ist extrem düster und dunkel. Teilweise wirklich sehr, sehr böse und gewalttätig. Ein Baby, welches an einer Leiche (deren Mutter) gebunden war, war noch recht harmlos. Das ist das erste Buch, wo ich sagen würde, dass eine Triggerwarnung da sein solle. Es ist zwar eine Warnung drin, aber diese am Ende des Buches. Es ist ja okay, dass es da ist, aber das ist die falsche Stelle.

“Es war ein Fehler, auf diesem Schrei zu reagieren.”
~ Buchbeginn

Der Charakter Zeeto hat schwere Depressionen. Nach wie vor frage ich mich, warum es hätte sein müssen. Hätte er diese Krankheit nicht, wäre es in der Geschichte nicht anders gewesen. Aber auch, dass er Phasen der Depression mitmacht. Es ist für einen Au?enstehenden schwer nach zu vollziehen. Ob es wirklich alles so richtig ist und auch richtig ausgeführt wird, stelle ich jetzt mal in den Raum.
Laylay war dagegen recht selbstbewusst und weiß was sie will. Manchmal etwas zu genau. An manchen Stellen frage ich mich auch, was sich die Autoren dabei gedacht haben.

Alles in allem sind alle Charaktere ebenfalls sehr dunkel und düster gehalten. Es sind teilweise extrem viele Charaktere vor Ort, so dass man schon überlegen muss, wer wer ist.

“Das Baby hat Hunger und Durst, ich ich habe im was von meinem Zeug abgeben, dieser Proteinpaste, die ich auf meine Bunkerexpedition mitgenommen hab.”
~ S. 22

Ich habe oben ja schon davon geschrieben, dass zwanghaft Dinge eingebunden werden, wie z.B. hier das gendergerechte Pronomen. Plötzlich tauchen Leute auf und es wird von sir/sier geschrieben. Ich finde es ja gut, wenn Autoren sich damit auseinander setzen. Für mich als Leserin war das allerdings eher zwanghaft so nach dem Motto “Wir erwähnen es ein paar Mal kurz und schon passt es. Das soll jetzt nicht heißen, das ich das schlecht finde. Ich finde es sogar großartig. Aber es hat nicht diese Leichtigkeit oder dieses Selbstverständliche, wie es das haben sollte. Und genau das finde ich so schade.

Der Schreibstil der beiden Autoren ist genauso dunkel, wie der Rest. Man kann sogar im Lesen herauslesen, dass die Autoren sich mit den Charakteren abwechseln. Dieses ist das erste Buch, dass ich lese wo man deutlich zwei verschiedene Schreibstile lesen kann. Ist auch mal eine interessante Sache. Die Sichtweisen der Charaktere wechseln auch. Mal ist Zeeto an der Reihe und mal Laylay. Zwischendurch gibt es noch eine weitere Sichtweise, die aber erst im Laufe des Buches klarer wird.

“Was nun gesah, war reines unverfälschtes Glück.”
~ S. 378

Obwohl ich jetzt so viel Kritik geäußert haben, passt einfach alles zusammen und macht das Buch rund. Unterm Strich mag ich das Buch echt gerne und ich freue mich schon sehr auf den 2. Band. Das Ende ist nämlich recht offen und das macht schon sehr Lust auf mehr.

Das Cover

Das Cover ist genauso dunkel wie der Inhalt. Passt also perfekt dazu.

Wasteland von Judith C. Vogt und Christian Vogt

Fazit

Ein sehr dunkles Buch, was mir aber ganz gut gefallen hat. Ich freue mich auf Band 2.
Rezension Sterne
4/5 Sternchen
(ganz gut)

Die Buchreihe

Band 1 – Wasteland
Band 2 – ?

Wasteland

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“Wasteland” von Judith C. Vogt und Christian Vogt
Utopie, Endzeit, Science Fiction
Verlag Droemer Knaur | erschienen am 01.10.2019
400 Seiten | Broschur | Band 1 | ISBN 9783426523919 | 14,99 EUR
Quellenangabe: Klappentext und Buchcover stammen von dem Verlag.
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsbuch. ♡

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4 Kommentare bei “Rezension zu Wasteland von Judith C. Vogt und Christian Vogt

  • Hey Steffi,

    Deine Rezension zum Buch finde ich sehr interessant. Vom Genre her, ist es eher nicht mein Ding. Ich habe nur davon gehört, weil es als Beispiel dafür genannt wurde, dass es kein Problem ist, ein Buch nur in gendergerechter Sprache zu schreiben und veröffentlichen und mich würde halt die Umsetzung interessieren. Ich glaube, dass es mir ähnlich gehen würde wie dir, aber wer weiß, wie das in 30 Jahren aussieht. Dann ist das wahrscheinlich normal und ein absolutes Muss.
    Ich denke bei der Depression von Zeeto geht es um Repräsentation. Da so viel Wert auf die genderneutrale Sprache gelegt wurde, würde ich dahingehend erwarten, dass beide dazu recherchiert haben und im Idealfall auch ein Sensitivity Reading stattgefunden hat. Gab es hierzu keine weiterführenden Infos? Das würde ich dann nämlich sehr schade finden.
    Triggerwarnungen am Ende des Buches finde ich gar nicht so schlecht, aber es sollte am Anfang des Buches einen Hinweis geben, wo sie zu finden sind. Ich hätte diese wahrscheinlich schon unterbewusst wahrgenommen, weil man ja nicht wie beim Lesen lernen, Wort für Wort liest, sondern gleich mehr von einer Seite erfasst. Ich selber brauche diese Warnungen nicht und empfinde diese manchmal auch als Spoiler, erkenne aber die Notwendigkeit an, dass es nicht jedem so geht wie mir und ich mich deswegen glücklich schätzen kann.

    LG, Moni

    • Hey Moni,
      ich hoffe sehr, dass es in 30 Jahren genauso selbstverständlich ist. Jetzt ist es noch so “oh, es wird mal erwähnt, also ist es gendergerecht.” Daraus überhaupt eine Vermarktungsschiene zu machen, finde ich etwas naja.
      Ich gehe mal davon aus, dass gut recherchiert wurde und ein Sensitivity Reading stattgefunden hat. Infos dazu habe ich leider nicht gefunden. Aber wie gesagt, ich gehe davon aus.

      Ich sehe es wie du mit der Triggerwarnung. Aber wenn es sie gibt, sollten sie auch direkt zu sehen sein. So wie in diesem Buch ist es etwas unglücklich.

  • Hey Steffi,

    verdammt, ich dachte, dass wäre ein Jugendbuch, aber das klingt ganz eindeutig nicht so. Hier täuscht mich das Cover. Dunkel, düster, grausam… Puuh. Wahrscheinlich eher nicht so meins, aber danke für die Aufklärung :-)

    Viele Grüße
    Tina

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