Rezension zu Totgesagt von Harlan Coben

“Sara Lowell und Michael Silverman sind eines der bekanntesten Paare New Yorks: sie eine beliebte TV-Journalistin, er ein erfolgreicher Basketballspieler, beide jung und attraktiv und aus zwei der besten Familien der Stadt. Eine glorreiche Zukunft liegt vor ihnen. Bis Sara bei den Recherchen zu einer Mordserie eine erschreckende Entdeckung macht: Alle Opfer waren HIV-positiv und bei einem Arzt in Behandlung, der ein Heilmittel für die tödliche Krankheit gefunden zu haben scheint. Kurz darauf wird auch er ermordet. Als Sara der Sache auf den Grund gehen will, werden ihre Nachforschungen schnell gefährlich – und sehr persönlich…”
~ Klappentext

Meine Meinung

Dieses Buch ist eigentlich schon mal 1991 erschienen. Ich finde es verrückt, dass der Autor seine ersten Bücher noch einmal auf den Markt wirft. Völlig unbearbeitet und nicht auf die aktuellen Standards geändert. Verrückt, aber auch unglaublich mutig. Der Autor hat meinen großen Respekt.

Dieses Buch ist das 2. Buch, welches von Harlan Coban überhaupt geschrieben wurde. Man merkt schon, dass er noch nicht so erfahren ist. Aber man merkt auch, dass er damals schon seine Leidenschaft ausgelebt hat. Er kann einfach schreiben und gerade diese Art von Thriller sind einfach sein.

“Dr. Bruce Grey zwang sich, nicht zu schnell zu gehen.”
~ Buchbeginn

Mit “diese Art von Thriller” meine ich, dass seine Thriller nicht blutig sind. Jedenfalls nichts sehr. Sie sind emotional und sie haben meistens einen wichtigen Hintergrund. Es gibt keinen Serienkiller oder Mörder, den wir verfolgen. Es geht um eine Familie oder eine Person, die etwas schreckliches erlebt. Und das erzählt er in Perfektion. Der Autor hat es drauf genau diese Kleinigkeiten zu erwähnen, die es spannend machen. Anders aber auch, dass man mitleidet. Er schafft es die Geschichte lebendig zu machen. Als wäre es wirklich so passiert.

So ist es eben auch hier. Beim Klappentext hatte ich ein wenig bedenken, dass dieser doch schon sehr seinem ersten Band “Honeymoon” ähnelt. Aber dann entwickelte sich die Geschichte in eine Richtung, mit der ich nicht gerechnet hatte. Schon sehr cool, was der Autor sich hier ausgedacht hat.
Ich mag seinen Schreibstil einfach unheimlich gerne. Einerseits ist er extrem ruhig und andererseits hat er eine extreme Grundspannung, die einfach nicht aufhört. Etwas schwierig fand ich teilweise die Wörter, die er hier nutzt. Das war 1991 noch eine andere Zeit und da war die Gesellschaft noch ein wenig anders. Heute kann es bei einigen Menschen aufstoßen und es könnte dadurch etwas Stress geben. Ich persönlich bin da nicht so und nehme es nicht ganz so ernst.

“Tief in ihrem Herzen wusste sie was getan werden musste. Aber im Moment war sie zu unglücklich, um klar zu denken.”
~ S. 226

In diesem Buch hat sich allerdings der Mittelteil schon etwas gezogen. Viele Erklärungen, weil es nach und nach mehr aufgeklärt wurde. Es wird ja schon ermittelt warum das alles passiert. Und da wird es leicht langweilig. Weil ich auch irgendwie keine Ahnung hatte, wo es darauf hinausläuft. Bis dann zum Ende des Buches, denn da gab es einen Knall und die Geschichte stolperte in eine extreme Wendung. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet! Es war so spannend, dass ich das Buch nicht mehr weglegen konnte. Wirklich sehr genial gemacht! Das Ende hat das Ruder noch mal herum gerissen.

Die Charaktere waren mir dieses Mal aber zu oberflächlich. Das kenne ich von dem Autor anders. Da er darauf baut, dass die Charaktere durch die Geschichte führen, geht er eigentlich immer gut un die Tiefe. Das fehlte mir hier. Auch wenn es der Geschichte keinen Abbruch getan hat, war das dann doch ein Mü zu wenig. Letztendlich unterm Strich war es aber okay. Denn Sara und Michael sind eigentlich nur Mittel zum Zweck. Denn der Prota, der geht in die Tiefe. Aber mehr dazu verrate ich nicht.

“Nein, an Aids war nichts Hübsches, nicht Romantisches, nicht Schaurig-Schönes, nichts Fotogenes. Aids bedeutet nur Schmerzen, Horror und Tod.”
~ S. 352

Es hat mir total Spaß gemacht dieses Buch zu lesen, auch wenn es zwischendurch etwas lang war.
Wer Lust auf einen Thriller hat, der mal nicht so blutig ist, dem möchte ich dieses Buch oder eher generell die Bücher von Harlan Coben empfehlen.

Das Cover

Typsiches Harlan-Coben-Buch. Ich mag es!

Totgesagt von Harlan Coben

Fazit

Das zweite Buch, dass der Autor je auf den Markt geworfen hat. Merkt man. Trotzdem eine sehr geniale Geschichte.

Rezension Sterne
4/5 Sternchen
(ganz gut)
Totgesagt

WerbungZum Buch
“Totgesagt” von Harlan Coben
Originaltitel “The Miracle Cure”
Thriller
Goldmann Verlag | erschienen am 16.092019 (Original 1991)
640 Seiten | Broschur | ISBN 9783442484638 | 10,00 EUR
Quellenangabe: Klappentext und Buchcover stammen vom Verlag.
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsbuch. ♡

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Signatur Buchblog angeltearz liest

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