Rezension zu Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit von Veronica Roth

Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit von Veronica Roth

“Der Aufstand hat begonnen…
In einer ungewissen Zukunft, in der die Fraktionen zerfallen, gibt es keine Sicherheiten mehr. Außer der einen: Wo auch immer ich hingehe – ich gehe dorthin, weil ich es will…
Drei Tage ist es her, seit die Ken mithilfe der ferngesteuerten Ferox-Soldaten unzählige Altruan umgebracht haben. Drei Tage, seit Tris’ Eltern starben. Drei Tage, seit sie selbst ihren Freund Will erschossen hat – und aus Scham und Entsetzen darüber schweigt. Mit den überlebenden Altruan haben Tris und Tobias sich zu den Amite geflüchtet – doch dort sind sie nicht sicher, denn der Krieg zwischen den Fraktionen hat gerade erst begonnen. Wieder einmal muss Tris entscheiden, wo sie hingehört – selbst wenn es bedeutet, sich gegen die zu stellen, die sie am meisten liebt. Und wieder einmal kann es nur Tris in ihrer Rolle als Unbestimmte gelingen, die Katastrophe abzuwenden…”
~ Klappentext


Meine Meinung


Lange habe ich die Bücher Zuhause liegen und schon lange wollte ich sie endlich gelesen haben.

Band 1 der Reihe habe ich vor Jahren schon gelesen und fand den eher lala. Ich hatte Hoffnung, dass Band 2 mich noch mehr abholen kann. Aber leider ist es nicht wirklich so gekommen. Vielleicht waren meine Ansprüche auch einfach zu hoch. Das nächste Problem ist, naja Problem ist es jetzt nicht unbedingt, dass ich die Filme im Kopf habe. Ich liebe die Filme einfach sehr. Natürlich war ich jetzt nicht so naiv, ich dachte, dass die Bücher 1 zu 1 verfilmt wurde. Aber eine Anlehnung, die wenigstens mehr als der Titel ist, wäre toll gewesen. Aber nein!
Also wer den Film im Kopf hat, muss sich davon komplett los machen. Der Anfang und das Ende kommen hin, der Rest ist willkürlich verfilmt worden. So kommt es mir jedenfalls vor.

Ich schiebe es auf meine eigenen Neugierde, dass ich das Buch überhaupt beendet habe. Ich wusste, wie es ausgehen musste. Da es aber so anders ist als der Film war ich dann doch neugierig, ob es mich trotzdem überzeugen kann.

“Als ich aufwache, liegt mit sein Name auf der Zunge.”
~ Buchbeginn

Ja, es gibt sogar etwas, was mich am Buch extrem genervt hat: Tris und Four! Wenn die Protagonistin nervt, dann hat das Buch eigentlich direkt verloren. Tris hat schon im ersten Band viel durchgemacht und ich hatte gehofft, dass sie ein wenigstens etwas älter oder eher reifer geworden ist. Aber da ist komplette Fehlanzeige. Sie ist naiv, extrem ängstlich und weinerlich. Außerdem streiten sie und Four sich ständig. Dann haben sie sich lieb und im nächsten Moment streiten sie wieder. Teilweise wegen Kleinigkeiten und teilweise wegen Nichtvertrauen. Ich konnte mir das eine oder andere Augenrollen nicht mehr verkneifen.

Dafür haben die anderen Charaktere wirkliche Überraschungen gezeigt. Auch Dinge, die im Film nicht vorkommen. Das fand ich dann wiederum sehr gut. Ich mag es sehr, wenn Charaktere sich in eine weisen Entwickeln, die ich so nicht vorhersehen konnte.

“Die Candor halten Charme und liebenswürdige Umgangsformen für unaufrichtig. Wenigstens wird er gleich zur Sache kommen, ohne sich lange mit falschen Höflichkeiten aufzuhalten. Das ist mir wesentlich lieber.”
~ S. 125

Die Geschichte an sich hat mir gut gefallen. Allerdings hatte ich hier das Gefühl, dass dieses Buch ein, überspitzt gesagt, Lückenfüller ist. Im Prinzip ist nicht viel passiert und das auf über 500 Seiten. Oder anders gesagt, es hätte in viel weniger Seiten erzählt werden können. Dadurch sind ein paar Längen im Buch, die nicht hätten sein müssen.
Das Setting gefällt mir nach wie vor gut. Die Stadt, die abgeschottet ist und wo die Menschen behütet leben. In einer für uns völlig utopischen Welt. Genau das mag ich an Dystopien. Eigentlich ist es gar nicht so weit hergeholt, dass es vielleicht so kommen kann. Einerseits total interessant und andererseits schon beängstigend. Interessant finde ich, was aus den einzelnen Fraktionen geworden ist. Wie die Menschen entscheiden, wenn sie selber entscheiden dürfen und nicht fest an ihre Fraktion gebunden sind.
Zum Kopfkino vom Setting kann ich leider nicht viel sagen, da ich die Bilder vom Film immer im Kopf habe. Aber ich finde, dass die Autorin das schon ganz hin bekommt.

Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut. Sie hat mich direkt auf den ersten Seiten in die Geschichte gezogen und nicht mehr losgelassen. Es ist in dem Fall einfach ein typisches Jugendbuch von Schreibstil her. Und das ist genau richtig so.

“Ich weiß nicht, in welcher Welt du lebst, aber in meiner gibt es nur zwei Gründe, aus denen man etwas für den anderen tut. Entweder man erwartet dafür eine Gegenleistung, oder man ist jemanden etwas schuldig.”
~ S. 379

Obwohl mich der 2. Band nicht wirklich vom Hocker gehauen hat, möchte ich den 3. Band unbedingt noch lesen. Ich möchte wissen, wie es weiter geht. Wie die Anspielungen ausgehen, die Charaktere haben fallen lassen. Und ich möchte wissen, ob Tris und Four sich endlich mal zusammenraufen und das Paar abgeben, die ich mir wünsche.
Und ja, ich habe sehr hohe Ansprüche an Band 3. Ich bin gespannt, ob es gehalten wird.

Unterm Strich hat mich dieses Buch unterhalten und das ist die Hauptsache.
Leseempfehlung? Ja. Aber man darf die Filme nicht kennen.


Das Cover

Ich liebe die Cover der Hardcoverbücher sehr. Der Schutzumschlag ist wunderschön gestaltet, aber auch der Einband ohne Schutz.

Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit von Veronica Roth


Fazit

Es war nett, hat mich aber nicht vom Hocker gehauen.


3/5 Sternchen
(okay)

Die Buchreihe

Band 1 – Die Bestimmung
Band 2 – Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit
Band 3 – Die Bestimmung – Letzte Entscheidung


Notizen

Weitere Blogger-Meinungen zu dem Buch
Tina´s Leseecke | Bellas Wonderworld | Lovin Books | kaddy-kd | Dunkelbunt | Kathrineverdeen | 365 Seiten

Zum Buch
Dystopie | cbt | 512 Seiten | Band 2 | Hardcover
Quellenangabe: Klappentext und Buchcover stammen vom Verlag.


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10 thoughts on “Rezension zu Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit von Veronica Roth

  • Ich kann dir in allem was du hier geschrieben hast nur zustimmen, genauso so viel damals meine Rezension zum Buch aus. Die Streitereien zwischen Tris und Four fand ich extrem nervend, total überdramatisiert und die haben auch die Handlung immer wieder ins Stocken gebracht. Wie du schon schreibst: Es waren oft nur Nichtigkeiten. Da merkt man halt dann als Leser ganz gut, dass das alles inszeniert wurde um etwas mehr Dramatik reinzubringen. Leider hat dann halt die Haupthandlung gelitten. Denn Längen hat das Buch definitiv. Auch Tris ist nicht unbedingt meine liebste Figur, das hat sich dann auch in Band 3 fortgesetzt.

    Ich wünsche dir bei dem echt Durchhaltevermögen. Glaube Nadine hatte das auch auf Twitter geschrieben und damit hat sie recht. Vielleicht gefällt dir das Buch besser als uns, aber ich musste mich echt durch den finalen Band quälen. Auch der hat unfassbar viele Längen, ständig werden die gleichen Situationen wiederholt und es ist ein langer Weg zum großen Showdown. Da wurde einiges an Potenzial verschwendet. Aber: Es gibt auch viele die das Finale mochten, somit kann deine Meinung ganz anders ausfallen.

    Zu den Filmen: Ich finde es auch heftig, wie sehr man hier von den Büchern abgewichen ist. Das hat mich schon beim ersten Film gestört, da man dort gerade die spannenden Stellen gestrichen hat und dann das komplette Ende verändert hat. WTF? Ich verstehe, das Abstriche gemacht werden müssen, aber die Geschichte hat halt bis auf die Grundprämisse kaum etwas mit den Büchern gemein und das ist dann schon fragwürdig. Teil 2 hat mir dann sogar besser als das Buch gefallen. Einfach weil man da die unnötigen Streitereien zwischen Tris und Four rausgelassen hat und so etwas mehr Spanung in die Sache gebrachte hat. Deshalb hatte ich eigentlich auch Hoffnungen für den dritten Film, die dann aber beim Anschauen zerschlagen wurden Der war ja echt pure Langweile, hat mich jetzt nicht überrascht, dass es den allerletzten Film gar nicht mehr geben wird. Auch hier hat sich gezeigt: Ein Buch zu teilen, welches vom Umfang her nicht wesentlich mehr hergibt als die Vorgänger, ist Quatsch und das hat sich für das Studio gerecht. Man sollte da unbedingt wieder anfangen auf die Sinnhaftigkeit des Vorhabens zu achten, anstatt nur die möglichen Einnahmen zu sehen. Das kann schnell nach hinten losgehen. Ärgerlich ist es nämlich trotzdem, dass es jetzt nie den Abschluss gab. Man hat immerhin Zeit investiert, drei Filme gesehen und bekommt dann nicht mal ein großes Finale.

    • Genau insziniert. Das Wort fehlte mir! :D
      Ich lese es ja zusammen mit jemand anderen zusammen. Wir werden uns da schon gegenseitig pushen, glaub ich. Hihi.
      Da gibt es einige Filme, bei denen das so ist. Wie z.B. auch bei “Die Auserwählten”. Da ist die Verfilmung ja auch komplett anders. Ich glaube auch, wenn sie das genau nach den Büchern verfilmt hätten wären alle im Kino eingeschlafen.
      Ich muss mir den 3. Film noch mal anschauen. Ich weiß das gar nicht mehr mit dem Ende… o.o

  • Hallo Steffi,

    so, meine Rezi ist auch online. Auf zum nächsten Buch. :-)

    Wir pushen uns auf jeden Fall. Hat ja jetzt auch ganz gut funktioniert. ;-)

    Aber wenn die Filme so anders sind, als die Bücher, dann kann ich auch verstehen, warum meine Schwester so von den Filmen begeistert ist und mir die Buchreihe empfohlen hat. Ohne die Bücher zu kennen. :-D

    Ich wünsche dir noch einen schönen Donnerstag.

    Liebe Grüße

    Tina von Tina’s Leseecke

  • Hallo Steffi,

    ich habe die Bücher 2014 gelesen. Der erste Teil war so schön, der zweite hat total bei mir versagt, Band 3 konnte wenigstens wieder etwas punkten.
    Aber die Verfilmungen finde ich nun wieder ganz gut.

    Liebste Grüße Anett.

  • Hallo Steffi,

    da ich die Filme nie gesehen habe, kann ich da keinen Vergleich ziehen, aber mein persönlicher Eindruck dieser Reihe war damals, dass sie mit jedem Band schlechter wurde. Während ich bei dem ersten noch wie gefesselt an den Seiten hing, langweilte mich der dritte größtenteils, auch wenn ich das Ende dann wieder mochte. Ich fand auch ab dem zweiten Band Tobias’ Charakter einfach größtenteils anstrengend und kam auch mit Tris nicht mehr klar – ich stimme dir in deiner Kritik also eindeutig zu. ;)

    Liebe Grüße
    Dana

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