Rezension zu So finster, so kalt von Diana Menschig

Rezension zu So finster, so kalt von Diana Menschig

7. August 2017 15 Von Steffi
“Als Merle Hänssler nach dem Tod ihrer Großmutter in deren einsam gelegenes Haus im Schwarzwald zurückkehrt, findet sie im Nachlass ein altes Dokument. Darin berichtet ein gewisser Johannes, der Ende des 16. Jahrhunderts im Haus lebte, über merkwürdige Geschehnisse rund um seine Schwester Greta. Merle tut diese Geschichte zunächst als Aberglaube ab. Doch dann passieren im Dorf immer mehr unerklärliche Dinge: Kinder verschwinden, und auch das alte Haus selbst scheint ein seltsames Eigenleben zu entwickeln. Langsam, aber sicher beginnt Merle sich zu fragen, ob an Johannes’ Erzählung mehr dran ist, als sie wahrhaben wollte.”
~ Klappentext

Meine Meinung


Märchen-Adaptionen mag ich richtig gerne. Ich bin mit Märchen aufgewachsen – die wenigsten Buchmenschen sind es nicht – und irgendwie finde ich Märchen immer wieder spannend. Wenn sie dann auch noch neu interpretiert werden. Genial!In diesem Buch geht es im Grunde um ein bestimmtes Märchen. Welches das ist, ist unschwer zu erkennen. Wie man am Titel des Buches sehen kann, ist es allerdings eine düstere und dunklere Adaption. Es wird jetzt nicht unbedingt mit einem Thriller oder Horror in Verbindung gebracht. Ich würde es jetzt auch nicht in diese Richtung schieben, denn es fehlen dafür Elemente. Aber es kommt den Genre schon recht nahe. Ein paar Schockmomente sind schon da.

Märchen haben an sich schon immer einen kleinen Gruselfaktor. Vor allem dieses Märchen gehört schon irgendwie zu den Dunkleren der Märchen. Das jetzt noch dunkler zu machen, ist schon interessant.Mir gefällt es aber sehr gut, wie die Autorin es geschafft hat. Eigentlich hat es wenig mit den Märchen zu tun, aber trotzdem ist es immer präsent. Geht es überhaupt wirklich um das Märchen? Oder ist es nur ähnlich? Denken die Kinder, dass sie das Märchen leben, weil es ihnen erzählt wurde oder ist das alles selber nur ein Märchen? Mich hat das alles total gefesselt! Im Prinzip lesen wir eine Gruselgeschichte, die ein Märchen sein könnte. Ja, man kann es tatsächlich drehen und wenden, wie man will. Mega!
Ich mag den Schreibstil der Autorin auch sehr, sehr gerne. Sie schreibt sehr flüssig und packt mich immer wieder, wenn ich zu dem Buch gegriffen habe.

Die Erzählung ist immer im Wechsel. Mal von Merle in der Gegenwart und dann wieder in der Vergangenheit bei Johannes. Ein Hin und Her, bis es letztendlich zusammenkommt und logisch wird. Ich finde es richtig genial, wie es eigentlich getrennt voneinander abläuft, aber dann doch wieder so verstrickt in einander ist.

Die Charaktere finde ich gemischt. Die aus der Vergangenheit, rund um Johannes, finde ich total interessant und wirklich sehr gut ausgearbeitet. In der Gegenwart, rund um Merle, finde sie allerdings oberflächlich. Vielleicht auch schon fast zu langweilig.

Genial finde ich das Rezept der Lebkuchenmännchen, die eine wichtige Rolle im Buch spielen.

Dennoch finde ich das Buch richtig gelungen. Wer gerne düstere Märchen-Adaptionen liest, dem möchte ich das Buch auf jeden Fall empfehlen.


Das Cover


Sehr dunkel und unheimlich. Dann das verschnörkelte, das wiederum das Märchen wiederspiegelt. Gefällt mir!

Fazit


Eine sehr schöne Märchen-Adaption mit tollen Schockmomenten.
  

4/5 Sternchen
(ganz gut)

Notizen


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Zum Buch
Fantasy / Märchen-Adaption | Droemer Knaur | 384 Seiten | Taschenbuch
Quellenangabe: Klappentext und Buchcover stammen vom Verlag.

 

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