Rezension zu Schattenfreundin von Christine Drews

Schattenfreundin von Christine Drews

“Wo ist Leo? Charlotte Schneidmann, Kommissarin in Münster, setzt alles daran, den kleinen Jungen zu finden, bevor es zu spät ist. Denn nicht nur die Sorgen der verzweifelten Mutter lassen sie fieberhaft ermitteln, auch die Erinnerungen an die eigene traumatische Kindheit machen diesen Fall für die engagierte Kommissarin zur ganz besonderen Bewährungsprobe.”
~ Klappentext

Meine Meinung

Das ist mal ein Thriller, der mich wirklich überrascht hat. Und das im positiven Sinne.
Dieser Thriller kommt zum großen Teil ohne Blut aus. Ich mag es eigentlich lieber, wenn Thriller richtig blutig sind. So richtig bösartig. “Schattenfreundin” kommt aber mit wenig klar. Der Klappentext verrät nicht viel, aber es geht hauptsächlich um die Kindesentführung.

Die Art, wie der Thriller aufgebaut ist, gefällt mir auch sehr gut. Es ist von Anfang an klar, wer den kleinen Jungen entführt hat. Aber das Warum, das bleibt bis zum Ende unklar. Und nein, ich hatte überhaupt keine Ahnung, dass es so kommt, wie es kommt. Es ist so krass. Aber mehr verrate ich hier nicht.

“Hektisch trocknete sie sich die Hände ab und sah auf die Uhr.”
~ Buchbeginn

Die Autorin ist einfach großartig. Ich habe mich in den ersten Seiten schon in ihren Schreibstil verliebt. Er ist so leicht und locker. Es ist als würden die Worte nur so dahinfliegen und dabei zieht sie den Leser direkt in ihren Bann. Sie spielt mit den Leser und lockt ihn in eine Richtung und dann in die andere. Und dann ist es doch wieder ganz anders. Also ich muss ehrlich sagen, dass Thriller ihr wirklich liegen.

Sehr krass ist auch, wie sie die Charaktere zeichnet. Und dabei ist es ganz egal wen. Sie hat nicht viele Charaktere in dem Buch, sondern nur die, die für die Geschichte relevant sind. Das finde ich schon mal sehr genial, weil sie man sich auf diese konzentrieren kann.
Und dann eben auch, dass sie die Charaktere bis ins kleinste Detail durchdacht hat. Wie reagiert derjenige, wenn ihm das passiert und so weiter. Ich kann jede Handlung nachvollziehen und finde keine Entscheidung falsch getroffen. Ich bewundere es immer sehr, wenn ein Autor sich so in jeden einzelnen Charakter hineinversetzt und ihm ein realistisches Gesicht gibt.

“Ihr Blick fiel auf seinen Teddy. Er hatte immer noch die Krawatte um den Hals. Sie strich ihm über den Kopf und nahm ihn an sich.”
~ S. 121

Oft sind diese Art von Ermittlerduo 0815. Beide haben ihre eigenen Probleme, die sie bewältigen müssen. Meistens ertränkt einer sein Leid in Alkohol… Ja, hier hat Charlotte auch ihre Probleme, aber die sind nebensächlich. Ich habe schon sehr, sehr lange keine so sympathische Ermittlerin lesen dürfen. Charlotte ist in ihrer Art ein großartiger Mensch mit einem großen Herzen, die ihre Probleme aber im Griff hat. Mir gefallen die Ermittler in dieser Buchreihe sehr gut.

Ich habe den Eindruck, dass hier weniger mehr ist. Die Autorin bezieht sich wirklich nur auf das wesentliche und baut dieses aus, so das es realistisch erscheint. Vielleicht gibt es auch einen richtigen Fall, auf den sie sich bezieht. Möglich wäre es natürlich, weil diese Art von Entführung nichts neues ist. Es liest sich auch so, als würde die Autorin sich an die Fakten halten und nichts weiter dazu dichten. Als wäre dieser Fall genau so passiert.

“”Kein Junge. Aber auch kein Papa. Der ist anders”, sagte Ben schließlich.”
~ S. 185

Da dieses der erste Band einer Reihe ist, werde ich da auf jeden Fall noch weiter lesen. Und das Ende ist schon recht offen, was eine Sache bei Charlotte angeht. Da möchte ich schon wissen, was da passiert ist.

Eine absolute Leseempfehlung von mir für alle Thriller-Leser.


Das Cover

Das Cover ist so genial. Es passt einfach perfekt zum Inhalt.

Schattenfreundin von Christine Drews


Fazit

Ein absolut genialer Thriller, der mich total überzeugt hat.

5/5 Sternchen
(genial)

Die Buchreihe

Band 1 – Schattenfreundin
Band 2 – Phönixkinder
Band 3 – Tod nach Schulschluss
Band 4 – Denn mir entkommst du nicht
Band 5 – Kälter als die Angst


Notizen

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Zum Buch
Thriller | Bastei Lübbe | 288 Seiten | Band 1 | Taschenbuch
Quellenangabe: Klappentext und Buchcover stammen vom Verlag.


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