Rezension zu Puppenspiel von Andreas Aschberg

Puppenspiel von Andreas Aschberg

“2037. Das Lifenet hat gerade das Internet abgelöst. Harte Zeiten für Rentner wie Egidius Stahl, geboren noch vor Einführung des Farbfernsehens, in einer Zeit, als Telefone noch Wählscheiben hatten. Aber wenn Egidius seine sehr nette, neue Klientin retten will, dann muss der Privatermittler wohl oder übel mitten hinein in die virtuelle Welt. Dabei weiß er noch nicht einmal, wie man einen Plasmatank benutzt. Viel Zeit, es herauszufinden, hat er nicht. Denn während in Potsdam die Vorbereitungen der von vielen argwöhnisch beäugten Europrotect-Konferenz anlaufen, steht plötzlich nicht mehr nur das Leben seiner Klientin und seiner beiden jungen Gehilfen auf dem Spiel, sondern auch das des deutschen Außenministers. Von seinem eigenen ganz zu schweigen.”
~ Klappentext

Meine Meinung

Die Internetwelt aus der Sicht von der älteren Generation und dann noch daraus versuchen ein Krimi zu machen. So würde ich das Buch in einem Satz beschreiben. Ob das dann den Leser dadurch schmackhaft gemacht wird, ist schwer zu sagen. Ich denke, dass es auch einfach ein Thema ist, was man mögen sollte. Ich versuche das Buch jetzt mal diplomatisch zu bewerten. Denn eigentlich hätte ich jetzt fast geschrieben, dass man es entweder mag oder nicht. Aber tatsächlich ist das gar nicht der Fall, denn ich fand das Buch okay. Nicht weniger, aber leider auch nicht mehr.

Denn im Prinzip ist es nichts anders. Das Internet gibt es nicht mehr, aber dafür das Lifenet. Im Prinzip nichts anders, aber mit ein bisschen mehr. Hier hat der Autor versucht, dass “mehr” gut zu beschreiben, wobei ich mir etwas mehr in dem “mehr” erhofft hätte. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass mein Blog im Internet ist und ich mich mit dem Internet-Ding recht gut auskenne, möchte ich behaupten. Ich möchte jetzt nicht hinstellen, dass der Autor es nicht tut! Nicht falsch verstehen!

“2040. Das Lifenet hat grade das Internet abgelöst.”
~ Buchbeginn

Man merkt aber schon, dass ich der Autor etwas Fachwissen aneignen musste. Dass er selber nicht direkt in der Internet lebt, wie wir Blogger es zum Teil tun bzw. erleben. Es ist interessant zu lesen, wie der Autor es hin bekommt, die Charaktere entsprechend einzubinden. Der Protagonist ist Rentner, wie im Klappentext steht und geht eben recht unbedarft an diese Situation. Entweder kann der Autor es verdammt gut überspielen oder diese Unbedarftheit steckt auch in ihm selber.
So sind leider durchweg alle Charaktere und leider konnte mich keiner der Charaktere auch nur in die Geschichte fesseln. Leider waren es auch verdammt viele Charaktere, die dabei waren. Die dann zum Teil noch echte Namen und virtuelle hatten. Das hat mich wirklich arg verwirrt.

Wenn ich Bücher über das Internet oder deren Weiterentwicklung lese, dann möchte ich was Neues lesen. Gerade wenn etwas neues, wie hier das Lifenet, erzeugt wird. Dann möchte ich, dass es mich fesselt und abholt. Ich weiß, dass es für einen Internetmenschen wie mich schwierig ist, aber es sollte machbar sein. Wenn dann der Protagonist schon Rentner ist, dann erst recht. Einen gewissen Charme hat diese Ausgangssituation ja schon. Wenn sie dann richtig verpackt wird.
Mega fand ich allerdings, dass gerade die ältere Generation an Charaktere sehr gut gemacht wurden. Das typische Gemecker über Firmen oder oder oder, was man so von Rentnern kennt. Mutig finde ich hier vom Autor, dass er die Firmen auch namentlich erwähnt.

“Roboter sollten schön aussehen, wenn sie im Pflegeheim ihren Automatentätigkeiten verrichten: Wachen, legen, wenden.”
~ S. 61

Krimis lese ich ganz gerne mal und gerade mit der Richtung zum Internet bzw. Lifenet, klang es extrem spannend. Nur leider fand ich diesen Krimi extrem langweilig. Er konnte mich nicht abholen, was es mir wirklich schwer gemacht hat zu lesen. Entweder war es wirklich die ganze Grundsache mit dem Internet oder die vielen Charaktere, die mich verwirrt haben.
Oder es war der Schreibstil des Autors. Er mag vielleicht ein guter Krimi-Autor sein, aber vielleicht hat er sich mit diesem Thema etwas übernommen. Auch versucht er witzig zu sein und einen Gewissen Charme reinzubauen, der mich aber nicht wirklich einfangen konnte. Der versuchte Witz war für mich schon fast krampfhaft, um ein wenig die Situation aufzulockern.

Teilweise war der Umgang mit einer Rentnerin nicht nett und teilweise las ich Wörter, die ich in einem Buch nicht lesen möchte. Ich finde es ja gut, wenn ein Autor gerade raus schreibt und sich nicht den Kopf darüber zerbricht, dass er irgendwem irgendwie über den Schlips fahren könnte. Dennoch wäre ein bisschen Feingefühl nicht fehl am Platz.
Der Weg zwischen locker sein und kein Feingefühl kann sehr, sehr schmal sein.

“Keiner von ihnen konnte sich erinnern, je einen funktionierenden Drucker im Bistroteil gesichtet zu haben.”
~ S. 360

Im Grunde ist der Plot mega und das ist auch das was ich dem Buch hoch anrechne. Mich persönlich konnte das Buch nicht so ganz von sich überzeugen. Aber ich gehe schwer davon aus, dass es seine Leser finden wird.

Das Cover

Das Cover ist schon sehr genial, wenn auch nicht unbedingt passend zum Inhalt.

Puppenspiel von Andreas Aschberg

Fazit

Ein interessanter Plot, der leider nicht wirklich auf mich gepasst hat.

Rezension Sterne
3/5 Sternchen
(okay)
Puppenspiel

WerbungZum Buch
“Puppenspiel” von Andreas Aschberg
Krimi
Storyhouse Verlag | erschienen am 23.01.2020
488 Seiten | Hardcover | ISBN 9783944353500 | 22,00 EUR
Quellenangabe: Klappentext und Buchcover stammen vom Verlag.
Vielen Dank an den Verlagfür das Rezensionsbuch. ♡

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Signatur Buchblog angeltearz liest

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