Rezension

Rezension zu Ein Spiel für Gewinner von Nadine d’Arachart und Sarah Wedler

Ein Spiel für Gewinner von Nadine d’Arachart und Sarah Wedler
“Du magst Herausforderungen?
Wie wäre es mit dieser:
15 Tage, 15 Aufgaben – doch um zu gewinnen, musst du sterben.
Wie aus dem Nichts wird Hamburg von einer Suizidwelle überrollt. Auch Kilian Kaisers Freundin nahm sich auf grausame Art das Leben. Er recherchiert und stößt auf das Unfassbare: eine Internet-Challenge, die ihre Teilnehmer in den Selbstmord treibt. Auf seiner Jagd nach Gerechtigkeit wendet er sich an Kommissar Dornfeld. Der erfolgreiche Ermittler schenkt ihm keinen Glauben, bis ein weiterer Selbstmord die Stadt erschüttert. Dieser ist so entsetzlich, dass Dornfeld nicht länger wegsehen kann. Er muss erkennen: Das SPIEL FÜR GEWINNER existiert und es zieht immer mehr Menschen in seinen Bann. Auch Kilian hat bereits eine Einladung erhalten …
Kommt Alexander Dornfeld zu spät?”
~ Klappentext

Meine Meinung


Am Anfang des Buches haben die Autorinnen einen Hinweis geschrieben. Dass dieses Buch das Thema Suizid explizit behandelt. Und dass die Autorinnen den Selbstmord weder als positiv noch erstrebenswert hinstellen möchten. Es könnte aber dennoch sein, dass dieses Buch triggern könnte. Die Autorinnen weisen ausdrücklich darauf hin, dass dieses Buch bitte in dem Fall nicht gelesen werden sollte. Das möchte ich auch hier noch einmal ausdrücklich unterstreichen! Bitte lies dieses Buch nicht, solltest du mit den Gedanken an Suizid gespielt haben.


“Suizid ist nie ein Lösung und auch kein Ausweg – bitte gib die Hoffnung nicht auf, dass es besser werden kann.”
~ Zitat von Nadine d’Arachart und Sarah Wedler


Und auch hinter diesem Zitat stehe ich voll und ganz. Wenn du in deiner Lebenssituation nicht zurecht kommst, bitte suche dir Hilfe. Du bist nicht alleine!

Jetzt aber zum Buch. Es ist wirklich nicht schwer zu erkennen, worum es in diesem Buch geht. Ein Spiel, das extremer nicht sein kann. Der Gewinner ist derjenige, der sich selber das Leben nimmt. Auf die Idee muss man erstmal kommen! Als ich den Klappentext gelesen habe, musste ich erst mal schlucken. Denn das ist ein echt heftiges Thema, dass sich die zwei Autorinnen da ausgesucht haben. Das richtig und gut zu verpacken ist ganz sicher nicht einfach. Denn wie sie auch in den Hinweis schreiben, soll das Buch den Suizid weder als positiv noch erstrebenswert hinstellen. Und ich finde, dass haben sie sehr gut gemeistert. Ich empfinde es eher beim Lesen, dass es traurige Menschen sind, die das tun. Dass es nicht in Ordnung ist, dass man die betroffenen Menschen alleine lässt. Aber auch wie schwer es ist, an die betroffenen Menschen heran zu kommen. Ich muss ehrlich sagen, dass einen großen Respekt gegenüber den Autorinnen habe. Dass sie das Thema so gut verpackt haben. Ich muss selber aufpassen, wie ich was hier ausdrücke, habe ich das Gefühl.

Die Geschichte, abseits der Morde, ist einfach genial geschrieben. Extrem spannend, teilweise wirklich sehr gruselig und Wendungen ohne Ende. Zwischendurch wurde es mir schon fast zu langweilig, weil ich die Wendungen schon kommen gesehen habe. Aber das Ende hat es dann wieder rausgerissen.


“Er wendet sich vom Wasser ab und schaut hinauf zur Brücke.”
~ Buchbeginn


Ich kenne schon andere Thriller der beiden Autorinnen und wusste somit was mich erwartet. Es wird nichts verschönt, sondern kann sogar recht ekelig werden. Und so ist es auch hier. Am Gruseligsten fand ich allerdings den Spielmacher direkt. Ja, es werden reichlich Selbstmorde beschrieben, so ziemlich bis in kleinste Detail. Das unterscheidet da nichts zu Morden mit Fremdeinwirkung. Wobei es das hier ja im Prinzip auch so ist… In einem Moment ist es gruselig, dann absolut ekelig und im nächsten Moment bemitleidet man den anderen Charakter. Es war ein Emotionen-Karussel, aber auf der bösen Art.
Absolut genial ist es, wie tief die Autorinnen gehen. Man merkt, dass jedes noch so kleinste Detail extrem gut recherchiert wurde. Auch hier haben die Autorinnen meinen großen Respekt, denn sie sind für das Buch in Gefilde eingetaucht, in die ich nicht gehen möchte bzw. hinterher auf jeden Fall Hilfe bräuchte.

Sehr interessant ist die Erzählsichten von drei verschiedenen Charakteren. Zwei davon sind in der 1. Person, also “ich” geschrieben. Während die Dritte in der 3. Person, also “er / sie / es” geschrieben wurde. Hier konnte ich sehr gut bei mir selber erkennen, dass ich zu der Erzählweise der 3. Person eher distanzierter war, also zu den anderen Beiden. Ich gehe davon aus, dass es absichtlich so gemacht wurde. Aber so war es genau richtig!


“Und? Wovor fürchtest du dich?”
~ S. 196


Die Charaktere sind absolut genial. Sie haben alle eine Tiefe, die für Thriller ungewöhnlich sind. Aber durch die Thematik bleibt gar nichts anderes übrig, als die Charaktere tief zu gestalten. Das Buch spielt mit der Psyche der Charaktere und dabei machen sie sich regelrecht nackig.
Das Setting ist in Hamburg. Ich mag es sehr, wenn das hier oben spielt. Wenn ich die erwähnten Orte kenne und direkt ein Bild im Kopf habe.

Eigentlich möchte ich sagen, dass es Spaß gemacht hat, das Buch zu lesen. Denn es ist wirklich so.
Allerdings ist das Thema wirklich sehr krass. Dennoch denke ich, dass das Thema nicht als Tabu eingestuft werden sollte, denn es ist wichtig und real.


Das Cover


Ich habe das Buch immer mit der Front unten liegen, denn ich finde es absolut gruselig. Ich mag keine Clowns und das Cover macht es nicht besser. Man versteht das Cover, wenn man das Buch gelesen hat.

Ein Spiel für Gewinner von Nadine d’Arachart und Sarah Wedler


Fazit


Ein schweres und wichtiges Thema, dass die beiden Autorinnen in dieses Buch verpackt haben. Unglaublich mutig! Sie haben es allerdings gut gemacht und eine tolle Geschichte daraus gemacht.

5/5 Sternchen
(genial)

Notizen


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Schurkenblog

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Der Schinder” (Band 1)

Zum Buch
Thriller | Telescope Verlag | 480 Seiten | Taschenbuch
Quellenangabe: Klappentext und Buchcover stammen vom Verlag.
Vielen Dank an die Autorinnen für das Rezensionsbuch. ♡


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4 thoughts on “Rezension zu Ein Spiel für Gewinner von Nadine d’Arachart und Sarah Wedler”

  1. Hallo Steffi,
    ich habe das Buch schon auf meine Wunschliste gesetzt und deine Rezension hat mich noch mehr überzeugt, das ich es lesen möchte.
    Das klingt wirklich gut gemacht von den beiden Autorinnen und du hast mich total neugierig gemacht.
    Liebe Grüße
    Diana von lese-welle.de

  2. Vielen lieben Dank für die Verlinkung!

    Das Cover ist echt gruselig (und das sage ich, die mit einem Jokerlächeln in der Bloggerwelt unterwegs ist *lach*).
    Ich bin von dem Thriller auch sehr begeistert. Die zwei Autorinnen haben das Thema sehr gut umgesetzt und obendrein so viele kleine (zum Teil mit realen Hintergründen) Details eingearbeitet, dass sich das Buch von der Massenware abhebt. Das hat mir am meisten gefallen. :-)

    Liebe Grüße dir! Iris

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