Rezension zu Das Gottesspiel von Danny Tobey

Das Gottesspiel von Danny Tobey

“»Wenn du gewinnst, werden all deine Träume wahr. Wenn du verlierst, bist du tot.« Diese Botschaft erhält Charlie, als er sich für das Gottesspiel anmeldet, das angesagteste Virtual-Reality-Game der Welt. Es wird von einer Künstlichen Intelligenz kontrolliert, die Charlie und seinen Freunden immer neue Aufgaben auf ihre Smartphones und ihre VR-Brillen schickt: Mal müssen sie eine virtuelle Hydra erlegen, mal ein altes Ritual zu Ehren eines längst vergessenen Gottes durchführen. Doch dann werden die Aufgaben, die die KI ihnen stellt, immer gefährlicher, und Charlie erinnert sich wieder an die Botschaft zu Beginn des Spiels. Was kann ihm eine KI schon antun? Wenn er im Spiel stirbt, hat das keine Auswirkungen auf sein Leben in der realen Welt – oder?”
~ Klappentext

Meine Meinung

Man nehme die Geschichten aus “Nerve” und “Ready Player One”, mixt das Ganze ordentlich durch mit der Geschichte über Gott und fertig ist ein neues Buch. So und nicht anders würde ich dieses Buch beschreiben, wenn mich einer direkt danach fragen würde. Denn “Nerve” und “Ready Player One” kommen diesem Buch extrem nahe.
Ich weiß nicht, ob ich das gut oder schlecht finden soll. Ja, das Rad lässt sich nicht neu erfinden, das ist mir schon klar. Dennoch finde ich, dass es hier einfach viel zu viele Parallelen gibt. Und ich finde es immer so unglaublich schade, wenn ein Autor sich an bekannte Geschichten “vergreift” um diese dann neu zu erfinden. Es heißt ja schließlich, dass aufgewärmtes Essen nicht schmeckt und da hält es sich ganz genauso.

Allerdings, wenn ich das mal mit Abstand betrachte, dann ist dieses Buch echt gut und ich habe es gerne gelesen. Ich mag diese Art von Bücher einfach gerne. Nicht zuletzt, weil ich diese Art von Spiele sehr genial finde. Ich habe früher unheimlich gerne “Ingress” (vor dem grässlichen Update) gespielt und da ist es ja auch so, dass man durch die reale Welt läuft, mit dem Handy in der Hand. So im Prinzip ist es auch in diesem Buch.

“Der Computerbildschirm warf sein unstetes blaues Licht auf Charlies und Peters Gesichter.”
~ Buchbeginn

Allerdings kommt hier wieder mein Nerdwissen raus, weil der Aspekt mit der virtuellen Realität ist in diesem Buch zu neutral gehalten. Das hätte viel mehr in die Tiefe gehen können, da die Kids zwischen Computer, Laptop, Smartphone und Brille wechseln. Ich habe hier den Eindruck, dass vielleicht etwas Fachwissen seitens des Autors fehlen und er das einfach mal so hinwirft ohne in die Tiefe zu gehen. Für Leser, die eh nicht so viel damit anfangen können, vielleicht nicht schlimm. Für mich schon irgendwie.

Dafür wirft der Autor mit Code-Schnipsel durch das Buch, da die Kids ja gerne hacken. Irgendwie fehlt mir hier das Gleichgewicht. Für mich ist das Buch bzw. die Geschichte nicht richtig ausbalanciert. Ich hoffe, ich drücke das verständlich aus.
Aber auch über das Spiel generell erfahren wir sehr wenig. Nach und nach klärt sich etwas auf, warum es erschaffen wurde. Aber letztendlich verwirrt es mich auch etwas. Denn mit dieser Aufklärung habe ich nicht gerechnet und sie ist, für mich, unlogisch. Es wird nämlich ein weiteres Spiel genannt, welches scheinbar wichtig ist. Den Zusammenhang habe ich allerdings auch nicht richtig verstanden. Vielleicht war es auch nicht wichtig.

“Es war anstrengend, allen Leuten vorzugaukeln, nichts könnte einen erschüttern.”
~ S. 155

Die Charaktere finde ich dafür großartig. Die Kids haben alle ihre Probleme und sind die typischen Jugendlichen, die solch Spiele anfangen. Gerade der Nervenkitzel mit dem Tod. Klischee lässt grüßen, aber es passt einfach. Andere Charaktere hätten dieses Spiel wohl nie angefangen. Charlie ist ein putziger Charakter, das kann man einfach nicht anders sagen.
Allerdings finde ich auch hier, hätte gerne etwas mehr sein können. In die Tiefe kann ich hier leider nicht gehen, da ich sonst spoilern würde.

Der Autor schreibt sehr gut. Ich konnte seinen Wörter locker folgen und die Sätze flogen nur so dahin. Nur bei den Code-Schnipsel von den Hackern bin ich gesprungen, denn die interessieren mich überhaupt nicht. Die sind im Buchsatz aber so super verbaut, dass es mich nicht wirklich aufgehalten hat beim Überspringen.

“Ich bin also ein Meerschweinchen in einem verdammten Spiel über Moralität, das erst aufhört, wenn ich tot bin?”
~ S. 356

Wie du schon merkst, ich bin mit mir uneinig, wie ich das Buch finden soll. Einerseits hat es mir wirklich gut gefallen, aber andererseits ist doch einiges im Ungleichgewicht.
Unterm Strich würde ich aber sagen, dass es mir gefallen hat und das zählt doch letztendlich. Also eine Leseempfehlung von mir.

Das Gottesspiel von Danny Tobey

Fazit

Ein paar Dinge, die mich stören und trotzdem hat es Spaß gemacht das Buch zu lesen.

Rezension Sterne
4/5 Sternchen
(ganz gut)
Tränen aus Blut

WerbungEckdaten zum Buch
“Das Gottesspiel” von Danny Tobey
Originaltitel “The God Game”
Science Fiction
Heyne Verlag | erschienen am 13.07.2020
560 Seiten | Taschenbuch | ISBN 9783453534889 | 16,99 EUR
Quellenangabe: Klappentext und Buchcover stammen vom Verlag.
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsbuch. ♡

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