Rezension zu Das Bekenntnis von John Grisham

Das Bekenntnis von John Grisham

“Oktober 1946 in Clanton, Mississippi. Pete Banning ist einer der angesehensten Bürger der Stadt. Der hochdekorierte Kriegsveteran hat es als Oberhaupt einer alt eingesessenen Familie mit dem Anbau von Baumwolle zu Reichtum gebracht. Er ist ein aktives Mitglied der Kirche, ein loyaler Freund, ein guter Vater, ein verlässlicher Nachbar. Doch eines Morgens wendet sich das Blatt. Pete Banning steht in aller Früh auf, nimmt ein leichtes Frühstück zu sich, fährt zur Kirche und erschießt den Pfarrer. Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Die Gemeinde ist erschüttert, und es gibt nur eine einzige Frage: Warum? Pete Banning aber schweigt. Sein einziger Kommentar lautet: »Ich habe nichts zu sagen.« Und auch als ihm die Todesstrafe droht, bricht er sein Schweigen nicht. Ein Aufsehen erregender Prozess beginnt, an dessen Ende in Clanton nichts mehr ist, wie es zuvor war.”
~ Klappentext

Meine Meinung

Die Bücher von John Grisham sind für mich immer etwas besonderes. Ich liebe seinen Schreibstil sehr. Ich muss aber auch ehrlich gestehen, dass ich, nachdem eins seiner Bücher gelesen habe, erst mal wieder was Leichtes brauche. Seine Bücher bzw. sein Schreibstil ist nicht einfach. Viele Leser, die Grisham mal versucht haben, scheitern auch an seinem Stil. Ich mag seinen Stil unheimlich gerne lesen. Er schreibt kompliziert, holt teilweise sehr weit aus. Aber dieses weit ausholen hat in der Regel einen Sinn und trägt zur Geschichte bei. Dabei schreibt Grisham schon recht trocken, aber mit einer Leidenschaft. Ich denke, entweder mag man ihn lesen oder nicht. Es gibt nichts dazwischen.

So ist es auch in diesem Buch. Das Buch ist in 3 Teile aufgeteilt. Zuerst der Mord von Pete und wie er verurteilt wird. Im zweiten Teil erfahren wir mehr über Pete. Was ihn im Krieg wiederfahren ist. Im dritten Teil geht es dann darum, wie die Familie von Pete leiden muss. Aber auch warum Pete das alles überhaupt gemacht hat.

“An einem kalten Morgen Anfang Oktober 1946 wurde Pete Banning vor Sonnenaufgang wach, und ab dem Moment war an Schlaf nicht mehr zu denken.”
~ Buchbeginn

Es ist schon krass zu lesen. Also eigentlich alles. Wie Pete drauf ist, warum er es gemacht hat, wie er verurteilt wird und wie er letztendlich hingerichtet wird. Grisham lässt einfach nichts aus und schildert jede kleine Kleinigkeit. Sehr erschüttert war ich, als Pete hingerichtet wurde. Mit was für einer Gleichgültigkeit die Menschen das getan haben. Der elektrische Stuhl kam zum Einsatz und wie kaltblütig das gemacht wurde. Einfach nur schlimm.

Am Ende des Buches schreibt Grisham, dass es vielleicht eine wahre Geschichte sein könnte, da er es schon selber miterlebt hat. Aber vielleicht könnte es auch alles ausgedacht sein. So wie er ins Detail geht, könnte es tatsächlich wahr sein. Ich kaufe es ihm auf jeden Fall ab.

“Hört her, hört her! Das Bezirksgericht des 22. Gerichtsbezirk des großen Staates Mississippi wird hiermit zur Ordnung gerufen. Der Ehrenwerte Richter Rafe Oswalt hat den Vorsitz. All jene, die vor diesem Gericht sprechen dürfen, mögen vortreten. Gott schütze Amerika. Gott schütze Mississippi!”
~ S. 148

Ich habe dieses Buch wirklich richtig gerne gelesen, obwohl es teilweise so krass war. Und weil es einfach vorhersehbar war. Ich dachte mir schon, dass es genauso kommen wird, wie es dann auch kam.
Der zweite Teil, da wo Pete im Kriegsgebiet war, fand ich extrem langweilig. Ich mag allerdings auch keine Kriegsgeschichten. Das ist so eine schlimme Zeit und ich finde es schade, dass es immer wieder vermarktet werden muss. Ja, es hat geholfen Pete ein wenig besser zu verstehen. Und vielleicht liegt es einfach nur am meinem Nichtgefallen an dem Krieg. Ob der Teil unbedingt sein musste, stelle ich jetzt mal in den Raum.

Die Charaktere, aber auch das Setting kommen mir absolut real vor. Es ist, als wäre der Autor schon mal genau dort gewesen und hat mit den Leuten gelebt. Ich finde es großartig gemacht und das mag ich an den Autor auch so gerne. Er lebt es. Er lässt die Charaktere und das Setting echt werden. So, dass man sich mit denen identifizieren kann.
Krass eben auch, weil es in Mississippi spielt. Wenn man an Mississippi und Baumwollplantagen denkt, dann immer direkt mit der Rassentrennung. Ein Thema, das mich immer noch sehr berührt. Immer wieder aufs Neue. Klar ist es hier auch Thema, aber es ist mal nur nebensächlich und Menschen werden fast wie Menschen behandelt, egal wie sie aussehen.

“Wie konnte dieser talentierte Winkeladvokat mit dem hart erarbeiteten Besitz und Geld anderer Leute um sich zu werfen, als ginge es um eine Auktion oder dein Einsatz bei einem Kartenspiel?”
~ S. 460

Für mich ist dieses Buch wieder ein sehr gelungenes Grisham-Buch, das ich wirklich gerne gelesen habe. Wer Grisham mal ausprobieren möchte, dem rate ich sehr gerne zu diesem Buch.
Also ja, eine Leseempfehlung von mir.


Das Cover

Was für ein wunderschönes Cover! Es passt einfach perfekt zur Geschichte und macht auf jeden Fall auch so was her.


Das Bekenntnis von John Grisham


Fazit

Ein typisches Grisham-Buch mit einer heftigen Geschichte.

4/5 Sternchen
(gant gut)

WerbungZum Buch
“Das Bekenntnis” von John Grisham
Thriller
Heyne Verlag
592 Seiten | Hardcover
Quellenangabe: Klappentext und Buchcover stammen vom Verlag.
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsbuch. ♡

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