Blue Whale Game und Momo Challenge – Die Macht der Spiele

Blue Whale
Diesen Blogbeitrag wollte ich schon vor langer Zeit schreiben. Eigentlich schon nachdem ich das Buch “Ein Spiel für Gewinner” von Nadine d’Arachart und Sarah Wedler gelesen habe.
Ich dachte, dass es eine ausgedachte Geschichte der beiden Autorinnen ist, wurde aber dann eines Besseren belehrt.

Das Thema über dieses Spiel geht mir nicht mehr aus dem Kopf und ich finde, dass einfach viel zu wenig darüber aufgeklärt wird. Denn diese Spiele sind gefährlich. Dass beides sich überhaupt Spiele nennen darf, ist wirklich krass.

Aber mal von Anfang an – Blue Whale

Wenn ich meine Nachforschungen richtig gemacht habe, dann fing alles mit dem sogenannten “Blue Whale Game” an.

“Die Blue Whale Challenge, auch Blue Whale Game genannt, ist ein Internetphänomen, das Ende 2016 zunächst in Russland und Mitte 2017 auch im europäischen Raum bekannt wurde. Bei der Challenge wird dem Teilnehmer an fünfzig Tagen jeweils eine Aufgabe täglich gestellt, am Ende soll der Suizid des Teilnehmers stehen. Es handelte sich vermutlich zunächst um einen Hoax, der dann jedoch über diverse Medienberichte zu einem realen Phänomen wurde.”
~ Quelle: Wikipedia

Liest sich in erster Linie wie ein Scherz und jeder Mensch mit gesundem Menschenverstand sollte sich eigentlich bewusst sein, sollte hier gleich schalten. Es liegt in der Natur des Menschen Neugierig zu sein. Ist ja nun mal so und wird sich auch nicht ändern.
Was passiert, wenn ich die Aufgabe löse? Wie wird die neue Aufgabe aussehen und schaffe ich diese? Die Aufgaben beginnen ja auch recht harmlos uns steigern sich dann ins Extreme.

Mittlerweile soll es das “Blue Whale Game” nicht mehr geben. Angeblich.
Warum es überhaupt so heißt? Eine der Aufgaben ist es, sich einen Wal auf ein Körperteil zu ritzen. Welches die letzte Aufgabe ist… Es wurden wohl auch schon Jugendliche gefunden, die das Spiel zu ende gespielt haben. Offiziell ist allerdings nichts.

Die Macht der Spiele

Es ist immer Witzbolde, die etwas nachmachen müssen. Die etwas witzig finden, obwohl es absolut grausam ist. So entstand wohl die “Momo Challenge”, die immer noch aktiv ist. Und das, obwohl sie es offiziell nicht sein soll. Leider ist der Mensch auch so, dass verbotenes noch mehr seinen Reiz hat. Also wird es weiterverbreitet… Kennt man ja.

Ich weiß es, weil die Nichte meiner Freundin schon damit konfrontiert wurde. Es werden Videos und Bilder von den Kindern (ja, sie ist noch ein Kind!) und Jugendlichen eigenständig verteilt, weil sie es “witzig” finden. Dass es aber alles andere als witzig ist, sondern sehr gefährlich, darüber machen sich die Kids leider keinen Kopf.

Neu ist hier, dass es nicht nur auf den Handys verteilt wird, sondern dass Momo in Youtube-Videos erscheint. In harmlosen Kindersendungen wird Momo eingeblendet und sagt den Kids (teilweise noch sehr jungen Kindern), dass sie etwas machen müssen, da sonst ein Monster unter ihrem Bett etwas machen wird. Ich frage mich hier wirklich, was in den Köpfen der Menschen vorgeht, die sowas in eine Kindersendung einbauen.
Ich habe es selber noch nicht gesehen, vertraue da aber auf Erzählungen. Und ich muss sagen, dass ich Momo auch extrem gruselig finde. Ich habe sie mir einmal im Netz angeschaut, also ein Bild, und war sehr erschrocken. Wie soll es denn Kinder gehen?!

Aus purer Absicht werde ich beide Spiele nicht verlinken. Denn mein Blogbeitrag soll keine Aufforderung sein, die Spiele zu spielen. Wenn du da mehr Infos haben möchtest, dann nutze bitte die Suchmaschinen.

Warum mich persönlich das alles berührt?

Ich selber weiß was bedeutet spielesüchtig zu sein. Wenn ein Onlinegame das Leben beherrscht.
Mein Mann und ich waren vor vielen Jahren selber süchtig und haben es nur mit einem radikalen Schlussstrich geschafft aus daraus zu kommen. Ich war damals die Cheffin einer großen Gilde und rund um die Uhr telefonisch erreichbar. Irgendwas war immer im Spiel los und musste geklärt werden. Ich war so schnell in diesem Strudel drin, dass ich es selber nicht gemerkt habe. Das Problem war eben auch, dass es meinem Mann (damals noch Freund) nicht anders ging. In unserer Freizeit waren wir immer online. Schlafen? Warum!?
Ich spiele immer noch unheimlich gerne Onlinegames, kenne aber mittlerweile meine Grenzen.

Deswegen kann ich den Reiz vom “Blue Whale Game” und von der “Momo Challenge” nachvollziehen. Ich kann verstehen, warum man sich die Spiele überhaupt anschaut. Vielleicht bin ich da auch einfach gefestigt, dass ich sie mir nicht anschaue. Aber das ist nicht jeder. Und das sollte jedem bewusst sein.

Mich berührt und beängstigt auch die Art, wie damit umgegangen wird. Besonders durch Momo, wo ich indirekt selber mit in Kontakt gekommen bin. Es wurde mir mit einer solchen Leichtigkeit erzählt, die mich erschrickt. Was da überhaupt hintersteckt, scheint kaum jemanden bewusst zu sein.

Liebe Eltern, liebe Menschen, bitte achtet auf eure Mitmenschen und besonders auf die Kinder. Es scheint alles witzig und unglaubwürdig zu sein. Bitte nehmt es ernst! Aber es gibt immer welche, die sich beeinflussen lassen. Gerade Kinder sehr da sehr empfänglich und schnell zu manipulieren. Sollten eure Kinder mit Momo in Verbindung gebracht werden, dann sprecht mit denen. Momo ist nicht niedlich, nicht lustig und auf gar keinen Fall sollten die Spiele mitgemacht werden.

Offiziell sind keine Tote bei beiden Spielen gefunden worden, aber es soll welche geben. “Fälle” gibt es in diversen Ländern, die mit den Games in Verbindung stehen.
Dass ein Spiel zum Tot eines Menschen führen kann… Ich kann verstehen, dass die Öffentlichkeit nicht möchte, dass so etwas offiziell wird. Da es immer Menschen gibt, die sowas witzig finden und weiterverbreiten werden, lässt es sich wohl nicht stoppen. Deswegen ist es so wichtig, dass aufgeklärt wird.

Das Buch

Ich hatte oben ja schon das Buch erwähnt, dass mich auf die ganze Sache aufmerksam gemacht hat. Vielleicht interessiert dich der Thriller “Ein Spiel für Gewinner” von den beiden Autorinnen Nadine d’Arachart und Sarah Wedler ja auch.

Blue Whale

“Du magst Herausforderungen?
Wie wäre es mit dieser:
15 Tage, 15 Aufgaben – doch um zu gewinnen, musst du sterben.
Wie aus dem Nichts wird Hamburg von einer Suizidwelle überrollt. Auch Kilian Kaisers Freundin nahm sich auf grausame Art das Leben. Er recherchiert und stößt auf das Unfassbare: eine Internet-Challenge, die ihre Teilnehmer in den Selbstmord treibt. Auf seiner Jagd nach Gerechtigkeit wendet er sich an Kommissar Dornfeld. Der erfolgreiche Ermittler schenkt ihm keinen Glauben, bis ein weiterer Selbstmord die Stadt erschüttert. Dieser ist so entsetzlich, dass Dornfeld nicht länger wegsehen kann. Er muss erkennen: Das SPIEL FÜR GEWINNER existiert und es zieht immer mehr Menschen in seinen Bann. Auch Kilian hat bereits eine Einladung erhalten…
Kommt Alexander Dornfeld zu spät?”
~ Klappentext

Kennst du die Spiele?
Bist du selber schon damit in Verbindung gekommen?

Signatur Buchblog angeltearz liest

Quellenangabe: Klappentext und Buchcover stammen vom Verlag / Autor.

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12 Kommentare bei “Blue Whale Game und Momo Challenge – Die Macht der Spiele

  • Oh man, das ist echt hart. Ich habe es mir auf Wikipedia durchgelesen, aber auch bei Google das Bild gesehen. Ich selbst kann da gar nicht richtig hinschauen und habe es schnell wieder geschlossen. Aber wie du schon sagtest, Kinder sind empfänglicher, mitunter auch der Gruppenzwang… Ich bin ein bisschen verstört und mir fehlen die Worte, dass es soetwas überhaupt gibt.

    Ich selbst weiß aber auch, was es heißt, nach Spiel süchtig zu sein. In meiner ersten Zeit bei Facebook war es über Jahre hinweg “Farmville”. Am Ende stellte ich mir nachts sogar den Wecker, so dass ich Felder ernten und Challenges beenden konnte. Glücklicherweise stand wegen meiner Erkrankung eine Klinikaufenthalt an. Ich hatte den Laptop zwar mit, aber es gab auf meinem Zimmer keinen Empfang. Im Cafe gab es zwar 3 Computer, aber da musste man für bezahlen.

    Heute bin ich ganz froh, dass es so gekommen ist. Natürlich spiele ich heute auch noch Spiele, vorwiegend auf dem Handy, aber das Interesse ebbt nach ein paar Wochen wieder ab.

    Wäre das Buch jetzt nicht nach einer wahren Geschichte, würde ich es lesen, weil es sich sehr spannend anhört, aber ich bin da so sensibel, das meine Stimmung noch wochenlang damit beschäftigt wäre. Tut mir schon ein bisschen Leid für die Autoren.

    Danke und Liebste Grüße,
    deine Nina

    • Das Bild von Momo kann ich mir auch nicht anschauen. Das ist wirklich gruselig.
      Dir würde ich von Thrillern eh abraten. Ich glaube, das wäre gar nicht gut für dich!! <3

  • Hallo liebe Steffi,
    der Beitrag ist so grundehrlich und dafür zolle ich dir meinen Respekt. Auch hast du mich ein stückweit mehr sensibilisiert und ich werde meine Kinder jetzt gezielt darauf ansprechen. Es gibt vieles im Netz dass richtig übel ist und es ist oberstes Gebot bei uns darüber zu sprechen. Ich will mir gar nicht ausmalen wie viele der Kinder und Jugendlichen ‘heimlich’ solchen Spielen verfallen und kaum den Mut haben es zu sagen. Echt krass das es sowas überhaupt gibt. Wer um alles in der Welt lässt sich so einen Mist einfallen. Ich bin ja immer noch geschockt. Danke für diese Aufklärung.
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag für Dich
    Kerstin

    • Hey Kerstin,
      ich finde es super, dass du deine Kinder gezielt darauf ansprechen wirst!
      Eine Regel der Spiele ist es, nichts zu sagen. Deswegen wird auch nichts darüber erzählt.
      Der / Die sich das ausgedacht hat, gehört echt *zensiert*

      Starte gut in die neue Woche. :)

  • Liebe Steffi,

    die ersten Zeilen deines Beitrages hat mich an den Film “Nerve” erinnert, den ich letztens erst gesehen habe. Ein Spiel, das zuende gespielt werden muss, AUfgaben, die in der Realität gelöst werden müssen, Aufgaben, die gefährlich sind, der Reiz ist dabei ganz viel Geld zu gewinnen. Ich fand es eindrucksvoll und nicht unrealistisch. Dein Beitrag bestätigt das.
    Danke für deine Ehrlichkeit, selbst in einem Strudel der Sucht gewesen zu sein. Ich finde, es zeigt, wie stark ihr seid (dein Mann und du), vor allem, weil ihr da raus gekommen seid.

    Liebe Grüße
    Tina

    • Hey Tina,
      der Film basiert auch auf diese Art der Spiele. Wobei “Nerve” ja noch recht harmlos dagegen ist. “Nerve” würde ich sogar selber spielen, wenn es nur bei solchen harmlosen Aufgaben bleibt, wie zu Beginn.
      Danke dir Liebes. <3

  • Huhu Steffi,

    danke für den Beitrag! Von der “Blue Whale Challenge” hatte ich vorher nie was gehört, aber das Bild der “Momo-Challenge” kenne ich. Gerade bei Kindern/Jugendlichen sollte man als Eltern darauf achten, was sie auf ihren Smartphones oder PCs anstellen, um rechtzeitig einzugreifen/aufzuklären. Ich denke, viele Eltern kümmern sich in der Hinsicht nicht…
    Ich selbst zocke auch wahnsinnig gerne und manchmal auch sehr viel, aber süchtig war ich zum Glück nie geworden. Allerdings halte ich mich auch konsequent von Online-Games fern, da ich mir vorstellen kann, wie stark der Sog immer weiter dran zu bleiben, werden kann…

    LG Alica

    • Hey Alica,
      ja das befürchte ich nämlich auch. Das Problem ist allerdings vielleicht auch, dass die Eltern es einfach nicht wissen, dass es das gibt. Dass es sogar eine Bedrohung sein kann. Ich habe auch schon erlebt, dass es mit einem Lächeln abgetan wurde. Auch unsere Onlinegame-Sucht wird immer noch belächelt, obwohl wir selber gemerkt haben, wie übel es eigentlich war.
      Hihi, ja bei den Online-MMORPG mache ich einen großen Bogen. Und auch Strategie-Spiele mit Gilden…

  • Huhu :)
    Das ist mal ein Beitrag der krasseren Art. Ich selbst klicke bei so etwas immer schnell weg, weil ich unglaublich ängstlich bin. Von Momo habe ich das erste Mal in den Nachrichten erfahren und mein Freund musste lachen, weil er Momo nicht mal gruselig fand und ich saß daneben und musste weggucken. Ich finde das Cover von dem Buch auch schon gruselig :D
    Aber andererseits kann ich doch den Reiz mancher Spiele durchaus verstehen. Gerade wenn es um eigene Fähigkeiten geht und ob man etwas schafft oder nicht. Aber wenn es um Leben und Tod oder die Psyche von Menschen (und in dem Fall besonders von Kindern) geht, dann hört der Spaß auf. Ich verstehe echt nicht, wie manche Menschen so grausam sein können. Wobei ich mich manchmal frage, ob sie sich dessen bewusst sind, was sie da gerade anfangen, beziehungsweise fortführen.
    Der Beitrag regt auf jeden Fall zum Denken an!
    Liebe Grüße
    Kat

    • Hey Kat,
      schade, dass er das zum Lachen fand. Weil lustig ist das Ganze kein Stück… :(
      Ja, das frage ich mich bei manchen Menschen auch…

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