Interview

Im Gespräch mit der Autorin Katherina Ushachov


© Katherina Ushachov

1. Wer bist du? Stell dich vor!
Mein Name ist Katherina Ushachov, ich bin Ende zwanzig (was ich etwas gruselig finde, gefühlt war ich erst gestern noch 18) und lebe in meiner Wahlheimat, dem Bregenzer Wald. Das ist eine bildschöne, sehr ländliche Region im Westen Österreichs. Dabei bin ich ein wenig herumgekommen – ursprünglich in Odessa geboren, das damals noch zur Sowjetunion gehörte. Später mit fast sieben Jahren nah Deutschland ausgewandert und dreizehn Jahre in Chemnitz gelebt. In Mainz studiert. Und am Ende in Österreich gelandet, wo ich mit meinem Partner und vielen Funkos lebe.

Meine Brötchen verdiene ich als freie Lektorin. In dieser Funktion arbeite ich überwiegend mit Selfpublisher*innen und Kleinverlagen zusammen. Ein typischer Tagesablauf ist bei mir also:
– Aufstehen, Morgenroutine
– Lektorat
– Mittagessen
– Lektorat
– Kaffeetrinken
– “Feierabend”: Schreiben und Überarbeiten, Social Media, Blogging und andere Dinge, die mit dem Schreiben zusammenhängen
– Abendessen
Und dann falle ich totmüde vor den Fernseher.

Für manche klingt es eintönig und viel Freizeit bleibt da nicht, aber ich liebe es genau so und nicht anders. Beim Arbeiten höre ich außerdem mit Vorliebe Musik, aktuell vor allem die “Vampirplaylist”, die ich auf Spotify angelegt habe.

2. Hast du eine Website und bist du im Social Media unterwegs? Und wie kann man dir folgen?
Ich bin ein Kind des Internets – als wir 2003 unseren ersten Anschluss bekamen, damals noch mit Modem und tollen Robotergeräuschen beim Einwählen, war ich dreizehn Jahre alt. Inzwischen bin ich mehr Jahre in meinem Leben online als offline und entsprechend viel habe ich im Netz schon angetestet. Meine aktuelle Homepage war beispielsweise ursprünglich ein bei Blogspot gehosteter Blog, den ich nur eröffnet habe, weil eine Mitschülerin sowas auch hatte und ich das irgendwie interessant fand. 2011 zog ich damit auf WordPress um und da ist die Webseite immer noch: https://feuerblut.com
Ich hätte gerne einen Newsletter, aber angesichts dessen, wie “häufig” ich blogge … lasse ich das erstmal besser sein.

Mein liebstes soziales Netzwerk ist Twitter. Dort bin ich zwar auch als Autorin unterwegs, weil das Schreiben einfach zu meinem Leben dazugehört und ein sehr essenzieller Teil davon ist, aber ich teile auch Dinge, die ich einfach hübsch finde oder poste auch mal Quatsch. Es ist für mich das authentischste Netzwerk: https://twitter.com/evanesca

Auf Facebook will ich zumindest den Anschein erwecken, meist relativ seriös zu sein. Dort poste ich hin und wieder auch Live-Videos, in denen ich aus meinem Leben erzähle: https://www.facebook.com/katherina.ushachov.autorin?fref=ts

Und nicht zuletzt tummel ich mich auf Instagram: https://instagram.com/evanesca_feuerblut/

3. Seit wann schreibst du? Gab es ein ausschlaggebendes Erlebnis, das dich zum Schreiben gebracht hat?
Schreiben, jedenfalls das am PC, ist einfach die faulste Art und Weise für mich gewesen, Geschichten zu erzählen. Okay, das klingt komisch … Ich war immer schon eine Geschichtenerzählerin. Wenn ich gefragt wurde, was ich im Kindergarten / in der Schule erlebt habe, fand ich meine tatsächlichen Erlebnisse meist eher fad und unterhielt meine Eltern mit frei erfundenen Erlebnisserzählungen. Oder erzählte ihnen vor allem ausschweifend, was ich zusammen mit meinen Freund*innen gespielt habe, denn da wurden schon mal Atombomben entschärft, über Minenfelder gehüpft und Pokémon gerettet. Oder gleich ganze Planeten.

Irgendwann stellte ich fest, dass ich meine Geschichten gern aufbewahren würde. Also entstanden “Bildergeschichten” – ich habe die wichtigsten Ereignisse aufgemalt, so gut man das als kleines Kind eben macht, und konnte die gleiche Geschichte nun mehrmals erzählen, indem ich mich auf die Bilder stützte. Das war, bevor ich schreiben konnte. Nachdem ich es gelernt habe, waren Comics als Mittel der Wahl der nächste logische Schritt, aber da meine Geschichten länger wurden, dauerte mir das irgendwann zu lange. Der Textanteil stieg, der Bildanteil sank. Also habe ich ein Schulheft genommen, bunt gestaltet und da reingeschrieben. (Und nur auf jeder zweiten oder dritten Seite ein großes Bild eingeklebt) Ging schneller, war aber immer noch lästig genug, dass die Geschichte nie über ein paar Seiten hinausgekommen ist. Dabei hatte ich ein Ideenbüchlein, das ich fast täglich mit neuen Ideen füllte, zu deren Umsetzung ich nie kam.

Da war ich neun.

Der Durchbruch kam, als ich im Jahr 2001 von meinen Eltern einen neuen Computer mit Microsoft Word bekam und feststellte, dass nach einer Weile Tippen viel schneller geht, als handschriftliches Schreiben. Mein erster Romanversuch entstand, wurde 50 Wordseiten lang und dann von einem PC-Crash gefressen.

Mit anderen Worten: Es gab kein Schlüsselerlebnis, die Geschichten platzten einfach immer schon regelrecht aus mir heraus. Ich habe allerdings ein paar Jahre gebraucht, ehe ich das richtige Werkzeug gefunden habe, um sie in einem adequaten Tempo aus mir rauszulassen.

4. Liest du selber gerne Bücher und welches Genre?
Ich lese liebend gerne und so gut wie alles. Da ist es leichter, die Genres zu nennen, die ich persönlich nicht lese:
– Romantasy
– Liebesromane / Chick-Lit
– Erotik
Ansonsten habe ich ein umfangreiches Regal mit Sach- und Fachbüchern zu historischen Themen im Regal, befasse mich mit Sprachbasteleien und lese mich querbeet durch alle nicht explizit ausgeschlossenen Genres. Tendenziell bevorzuge ich Fantastik gegenüber realistischeren Genres, aber es ist immer ein “es kommt darauf an”. Als Jugendliche habe ich an die zehn Bücher pro Woche gelesen und selbst das reichte mir nicht immer. Mittlerweile ist mein Lesetempo wesentlich kleiner, weil ich kaum Zeit zum Lesen finde. Wenn man den ganzen Tag entweder an Büchern von anderen herumdoktert oder am eigenen, bleibt dafür einfach verschwindend wenig Zeit. Eigentlich schade.

5. Erzähle uns etwas über dein Buch.

“2145 – die Verfolgten” ist ein absoluter Herzensroman. Entstanden ist er aus einem Gefühl des jugendlichen Aktivismus – ich war sehr von der Verfilmung des “Tagebuchs der Anne Frank” beeindruckt. In einem Programmkino in Chemnitz lief parallel ein Film, der in 60 Minuten komprimiert 24 Stunden von irgendetwas rückwärts zeigen wollte – ich habe den Film nie gesehen, aber allein die Idee hat mich stark beeinflusst. Und als ich dann das Gefühl hatte, dass rechte Tendenzen in der Gesellschaft zunehmen und den Wunsch verspürte, was dagegen zu tun, verspann sich das Ganze zu einer Romanidee.

Die ersten Zeilen schrieb ich am 03.10.2008.
Damals ahnte ich nichts von Trump und wählte als Handlungsort eigentlich nur die USA, weil ich der Meinung war, dass es zu sehr mit dem Holzhammer ist, das Ganze in Deutschland spielen zu lassen. Ich wollte es ein wenig verfremden. Mittlerweile hoffe ich, dass die Realität meinen Roman niemals einholen wird …

Ehe ich weiter ausschweifende Anekdoten erzähle, lieber kurz und knackig der Klappentext:

“»Mutantenschlampen mit dem Gesicht zur Wand, Hände über den Kopf.«
Fabricia ließ vor Schreck den Korb fallen.
»Pass gefälligst auf, FM.« Er schlug ihr hart ins Gesicht.

Im Jahre 2145 werden Mutanten von der Regierung gejagt. Der siebzehnjährige Avriel ist überzeugter Anhänger der Doktrin des Weltpräsidenten und hasst die mutierten Menschen von ganzem Herzen. Bis ihm klar wird, dass er selbst einer von ihnen ist. Er muss fliehen. Unterschlupf findet er bei Fabricia, der Anführerin der Verfolgten. Als sie verschwindet, kommt es zum Putsch und der Kampf gegen das Regime des Präsidenten beginnt.
Eine beklemmende Near Future-Dystopie!
Parallelen zu gegenwärtigen und vergangenen politischen Ereignissen und Strukturen sind nicht zufällig.”


Vielen Dank liebe Katherina, dass du dir Zeit genommen hast meine Fragen zu beantworten.


Quellenangabe: Das Buchcover stammt vom Verlag / Autor.


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