Im Gespräch mit der Autorin Kelda Ardere

Interviews mit Autoren und Autorinnen
Dass hinter jedem Buch ein/e Autor/in steckt, ist bekannt. Irgendwer muss sich ja diese mega Geschichte ausgedacht haben, die zwischen den beiden Buchdeckeln verborgen ist.
Aber leider bekommen diese viel zu wenig Aufmerksamkeit. Finde ich zumindest.

Deswegen möchte ich dir heute die Autorin Kelda Ardere vorstellen. Ich persönlich kenne ihre Bücher leider noch nicht, aber vielleicht komme ich ja irgendwann dazu wenigstens eines zu lesen.

Hey Kelda

Autorin Kelda Ardere
© Kelda Ardere

Wer bist du? Stell dich vor!
Als Autorin bin ich Kelda Ardere, ich wurde in Leipzig geboren und wohne seit 13 Jahren in Berlin. Ich habe Politologie studiert und hatte die Chance während des Studiums und in meinen ersten Jobs um die ganze Welt zu reisen, andere Kulturen kennen zulernen und vor allem zu realisieren, dass es im Leben oft um den Kontext geht, in dem sich Individuen bewegen. Eine Inselbewohnerin nimmt den Klimawandel anderes war als eine Bewohnerin des Festlandes. Eine Farmerin hat andere Sorgen als eine Lehrerin in der Großstadt. Das macht die Sorgen der einen nicht weniger wichtig als die Sorgen der anderen. Aber in ihrem jeweiligen Kontext haben bestimmte Dinge eben Priorität und andere nicht. Diese Lektion hilft mir heute noch dabei mit Menschen in einen konstruktiven und schönen Austausch zu kommen und auch beim Schreiben meiner Bücher. Zuhören und selbst mal den Redebeitrag zurückschrauben, ist natürlich auch immer hilfreich. Außer bei Nazis, bei Nazis hilft nur auf die Straße gehen, Stellung beziehen und demokratische (!) Parteien wählen. That escalated quickly ;-).

Ansonsten bin ich eine leidenschaftliche Gamerin, PC nicht mehr so viel seitdem mir mein schicker Gamer-PC abgeraucht ist, hauptsächlich zocke ich jetzt auf Konsolen, Playsi und Switch. Wenn ich nicht zocke, lese ich sehr gerne, gerade habe ich mal wieder einen enormen Graphic Novel Anfall. Wenn ich nicht zocke oder lese dann gärtnere ich gerne auf meinem Balkon herum, mache hausgemachte Chilisoßen, “singe” von Puccini Opern über guten alten Soul bis hin zu Metalcore alles leidenschaftlich mit bis die Nachbarn an der Tür klingeln, rede mit meinem Pflanzen damit sie sich nach meinem “Gesang” wieder beruhigen und versorge die lokale Vogelschar mit Futter und gelegentlichen Gesprächen über dies und das. Und wenn ich all das nicht tue, bin ich höchstwahrscheinlich gerade bei meinem Vollzeit Job.

Ich habe mich dafür entschieden unter einem Pseudonym zu schreiben, da mir das Schreiben sehr am Herzen liegt und so albern wie es klingt eine ganz persönliche, private Sache für mich ist. Deshalb würde ich ungern zur Arbeit gehen und dann von Kolleginnen auf eines meiner Bücher angesprochen werden. Arbeit ist Arbeit und Schnaps ist Schnaps, wie man so schön sagt ;-) .

Seit wann schreibst du? Gab es ein ausschlaggebendes Erlebnis, das dich zum Schreiben gebracht hat?
Der Drang zu Schreiben hat mich seit meiner Jugend fest im Griff. Angefangen habe ich mit fürchterlich schwülstigen Theaterstücken, da war ich gerade in einer schweren Shakespeare Phase. Dann kamen Kurzgeschichten und danach folgten immer längere Schreibphasen. Von Anfang an gab es fantastische oder Science Fiction Elemente. Eine kleine Prise scheinbar Unmögliches in unserer, manchmal harten und drögen, Realität hat mich schon immer fasziniert. Außer bei den Theaterstücken, da gab es nur völlig übertrieben geschwurbelte Redewendungen, viel zu viel Drama und alberne Titel wie “The Earl of Grey”. Ja, ich bin beim Teetrinken drauf gekommen ;-) .

Das Schreiben hatte mich also schon lang begleitet bevor ich dann den Schritt zu einem richtigen Buch gewagt habe. Für mich ist es so, dass sich eine Geschichte in meinem Hirn formt und irgendwann muss sie dann raus. Das kann eine Woche oder zwei Jahre dauern aber dann habe ich tatsächlich den akuten Drang die Geschichte zu Papier zu bringen. Danach ist es recht witzig und ein wenig erschreckend weil ich mich zumeist nach einiger Zeit kaum noch daran erinnern kann was ich geschrieben habe. Es baut sich eine gewisse Distanz zum eigenen Buch auf. Wahrscheinlich weil man Monate, manchmal Jahre damit verbracht hat es zu schreiben, zu korrigieren, lektorieren, Beta Leser Feedback einzuarbeiten und dann kann man es irgendwann wohl nicht mehr sehen, sprichwörtlich. Das Schreiben ist für mich tatsächlich eine Notwendigkeit in meinem Leben um ein fröhlicher, ganzer Mensch zu sein und wird mich wohl für meinen gesamten Lebensweg begleiten. Ich hoffe nur, dass ich mich nie wieder an Theaterstücken versuche :-) .

Autorin Kelda Ardere
© Kelda Ardere

Liest du selber gerne Bücher und welches Genre? Hättest du vielleicht einen ultimativen Buchtipp?
Oh jaaa. Endlich mal eine Möglichkeit, dass Fangirl in mir ungehemmt auszupacken. Von Genres lasse ich mich meist nicht beeindrucken, ich lese zumeist Autorinnen die mir gut gefallen, egal in welchem Genre sie schreiben. Obwohl ich sagen muss, dass ich den Krimis, Thrillers und Horrorgeschichten nicht so zugewandt bin. Das liegt aber hauptsächlich daran, dass ich die Schreibmuster meistens nicht so mag und dazu leicht zu erschrecken bin, was mich dann ein wenig verstört zurücklässt ;-) .

Tanith Lee’s Bücher haben mich schwer begeistert. Ihre absolut wilden Geschichten, ihr Schreibstil und ihre persönliche Geschichte finde ich einfach nur beeindruckend. Mein Liebling ist “Night’s Master”. Ähnlich geht es mir mit Toni Morrison. Sie findet einen Zugang zur Leserin, der einzigartig ist. Ihre Wortwahl ist atemberaubend, ihre Geschichten begleiten und verfolgen mich immer über Jahre nachdem ich sie gelesen habe. Mein Lieblingsbuch von ihr ist immer noch “Song of Solomon”. Beide, Tanith Lee und Toni Morrison, und ihre Werke werden mich immer in einer Art und Weise begleiten auch wenn sie leider nicht mehr unter uns sind.

Ansonsten mag ich die Fantasy-Klassiker sehr gerne von Robert Jordan über David Eddings, Raymond E. Feist bis zu den “moderneren” Fantasy-Autoren Brandon Sanderson und Joe Abercrombie.
Darüberhinaus bin ich davon überzeugt, dass George R. R. Martin jeden Literaturpreis verdient hat, den es derzeit gibt. Als Autorin kann ich mir nicht mal ansatzweise ausmalen welches Genie erforderlich ist um die schiere Masse an Charakteren zu erfinden und zu verwalten um so eine komplexe Geschichte zu koordinieren wie in “Das Lied von Eis und Feuer”. Ja, die Fernsehserie hat alles ganz schlimm kaputt gemacht und das Finale so massiv verkackt aber das bildgwaltige Schreiben von George bleibt davon unberührt. Von seinen vielen anderen Büchern mal abgesehen.
Ansonsten bin ich eine grosse Freundin von Graphic Novels. Momentan sind “Monstress”, “Papergirls”, “Injection”, “Low”, und “Black Monday Murders” meine Lieblinge.

Gibt es unter deinen eigenen Büchern ein Buch, das du am Liebsten magst? Warum?
Unglücklicherweise ja, man soll ja eigentlich all seine Babies gleich lieb haben ;-).
Mein Favorit ist der vierte und finale Teil meiner Urban Fantasy Reihe “Das Erbe der Krylows”. Lange wusste ich nicht wie ich die Reihe abschließen möchte. Offene Enden kotzen mich als Leserin immer schwer an, aber das war meine erste Idee. Ein pures Happy End war auch nicht so richtig drin. Irgendwann habe ich mich dann für ein “alles kann, nix muss”- Ende entschieden ;-) . Mit dem Ergebnis war ich dann ziemlich zufrieden. So eine Reihe abzuschließen, die man über Jahre gehegt und gepflegt hat, sich von all den Charakteren zu verabschieden und dann das finale “Ende” unter den letzten Satz zu setzen, war eine emotionale Reise. Schön, traurig, aufregend, voller Erfahrungen und ein wenig beängstigend. Deswegen hat “Suil”, der vierte Teil, einen besonderen Platz in meinem Autorinnenherz.

Das Erbe der Krylows
© Kelda Ardere

“Nachdem Moiras Eltern unter mysteriösen Umständen zu Tode gekommen sind, wird sie in ein Kinderheim in Berlin gesteckt. Dort harrt sie als sture Einzelgängerin aus und schwört den Tod ihrer Eltern um jeden Preis aufzuklären und zu rächen. Allerdings geraten ihre Pläne ins Wanken, als sie entdeckt, dass sie eine außergewöhnliche Gabe hat. Ohne es zu ahnen, schwebt sie in höchster Gefahr, denn sie ist nicht die Einzige, die diese Entdeckung macht. Moira wird von zwei seltsamen Fremden aus dem Heim geholt und muss ein gefährliches Erbe antreten. Nicht nur ihr eigenes Leben und das ihrer Beschützer, sondern auch die Zukunft von Millionen Menschen scheinen plötzlich in ihren Händen zu liegen. Doch das ist nur der Anfang. Von der Sache mit dem Stück Käse am Bein mal ganz abgesehen!”
~ Klappentext zu Band 1 von “Das Erbe der Krylows”

Hast du eine Website und bist du im Social Media unterwegs? Und wie kann man dir folgen?
Ich habe keine Website weil … ähm … weiß ich jetzt auch nicht so genau.
Man kann mich über Facebook https://www.facebook.com/kelda.ardere
und Twitter https://twitter.com/arderekelda erreichen und mir folgen.
Über Email bin ich auch erreichbar: kelda.ardere@gmail.com .


Vielen Dank liebe Kelda, dass du dir Zeit genommen hast meine Fragen zu beantworten.
Kennst du schon das Buch von Kelda?
Wenn ja, wie hat es dir gefallen?

Signatur Buchblog angeltearz liest

Quellenangabe: Klappentext und Buchcover stammen vom Verlag / Autor.

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