Im Gespräch mit dem Autor Matthias Zimmermann

Interviews mit Autoren und Autorinnen
Dass hinter jedem Buch ein/e Autor/in steckt, ist bekannt. Irgendwer muss sich ja diese mega Geschichte ausgedacht haben, die zwischen den beiden Buchdeckeln verborgen ist.
Aber leider bekommen diese viel zu wenig Aufmerksamkeit. Finde ich zumindest.

Deswegen möchte ich dir heute den Autor Matthias Zimmermann vorstellen. Ich persönlich kenne seine Bücher leider noch nicht, aber vielleicht komme ich ja irgendwann dazu wenigstens eines zu lesen.

Hey Matthias

Autor Matthias Zimmermannr
© Matthias Zimmermann

Wer bist du?
Ich bin ein Schweizer Schriftsteller, Maler und Medienkünstler.

Es zieht mich immer wieder zu Orten hin, die eine besondere Atmosphäre verströmen. Das sind Bibliotheken, aber auch Cafés und Bars mit nostalgischem Charme. Einen Ort, den ich auf besondere Weise schätze, ist die Jules-Verne-Bar in Zürich, ein Café inmitten der Stadt, das sich im Kopf einer Sternwarte befindet. Von dort oben aus überblickt man die ganze Stadt mit dem See und dem Alpenpanorama. Einfach inspirierend!
An solchen Orten beginne ich zu zeichnen und zu schreiben. Aus meinen Bilderwelten ist nun ein fantastischer Roman entstanden, der den Leser auf eine Reise durch die Virtualität mitnimmt.

Erzähle etwas über dein Buch

“Kryonium. Die Experimente der Erinnerung” ist mein Debütroman.

Er spielt in einer geheimnisvollen Zauberwelt, in der nichts ist, wie es scheint. Die Hauptfigur ist ohne Erinnerungen und weiß weder, wer sie ist noch wie sie an diesen Ort gekommen ist. Der Ausbruch aus dem Schloss scheint die einzige Möglichkeit zu sein. Und so nimmt der Erzähler den Leser mit auf eine Flucht, die ihn tiefer und immer tiefer in die Vorgänge dieser mysteriösen Schneewelt hineinzieht.

Autor Matthias Zimmermannr

“Gefangen an einem unbekannten Ort, schmiedet der Erzähler heimlich Fluchtpläne. Die Tatsache, ohne Erinnerungen zu sein, erschwert das Vorhaben. Doch der Drang, endlich auszubrechen aus diesem furchteinflößenden, schneeverwobenen Schloss, lässt ihn jedes Risiko eingehen. Und so gerät der Erzähler immer tiefer hinein in einen wirren Strudel aus rätselhaften Begegnungen und magischer Paranoia, die er spielerisch zu entschlüsseln hofft, was ihn letztlich zum Ursprung seiner Erinnerungen führt. Der All-Age-Roman ist ein technoides Märchen, das sich mit Virtualität auseinandersetzt und die Frage aufwirft, was Erinnerungen sind und was sie bedeuten. Nichts ist so, wie es scheint in der Geschichte und die Frage, was Realität ist, muss immer wieder neu überdacht werden. ”
~ Klappentext

Der Roman hat ein märchenartiges Setting mit sehr unterschiedlichen Figuren, viel Atomsphäre aus Schnee, Dunkelheit, Glühbirnen und Kerzenlicht. Zu Beginn verschränkt sich die Handlung um einen nicht funktionierenden Zauberstab, der die Probleme auf dem Schloss ein für allemal lösen könnte – zu schade aber auch, dass er nicht funktionieren will.
Mehr kann ich aber wirklich nicht verraten. Denn das Entdecken dieser verwunschenen Welt ist ein wichtiger Teil der Geschichte, eine Odyssee, die an die geradezu wundersamsten Orte führt.

“Während ich mich hinter einer Tanne versteckt hielt – ich konnte es vor Aufregung kaum noch aushalten –, näherte sich der Zauberer dem Drachen. Prüfenden Blicks umkreiste er die furchteinflößende Steinskulptur. Das tat er drei Mal. Dann hob er den Zauberstab senkrecht in die Höhe, schwang ihn wie eine Acht in der Luft und sprach eine längere Formel. Es donnerte und bebte und mit einem Mal war der Drache zu gefährlichem Leben erwacht.”
~ Zitat

Acht Jahre habe ich an dem Roman geschrieben und mich mit zahlreichen Büchern über Storytelling beschäftigt. Ich komme von der Malerei und Digitalkunst her. Als Künstler sucht man per se nach neuen Innovationen, versucht gängige Muster zu durchbrechen und neue Wege zu finden. Mein Ziel war es also, eine Geschichte entgegen der gängigen Muster zu entwerfen.

Das brachte mich auf die Idee, die Erzählstränge wie ein Uhrwerk zusammenzusetzen, in dem jedes Objekt, jede Figur, jeder Raum und einfach alles miteinander verflochten ist. Die Zeit ist dann auch wie ein Klebstoff, der das Erzählkonstrukt zusammenhält – und es in sich zusammenbrechen lässt, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Laut der bisherigen Feedbacks ist mir das sehr gut gelungen. Mein Herumexperimentieren mit Sprache hat also geklappt und fasziniert die LeserInnen. Das freut mich sehr!

“Ich hatte es tatsächlich gefunden, das verschollen geglaubte Werk, nachdem so viele suchten. Aufgeregt ging ich mit dem schweren Folianten zum Schreibtisch hinüber, auf den das Fensterlicht fiel. Ein ›Inhaltsverzeichnis‹ informierte über die Zaubersprüche. Obschon ich nur aus dem einen einzigen Grund hierher gekommen war, den Zauberstab zu verstecken, packte mich die Neugier und ich spielte mit dem Gedanken den Zauberstab auszuprobieren. Ich wollte mich an einer harmlosen Formel versuchen. So schwer konnte das doch nicht sein. ›Feuer- und Eismagie‹ schienen mir zu gefährlich. Wer ein Anfänger und der Zauberei nicht mächtig war, konnte, wie mehrere Anmerkungen ausdrücklich warnten, sich leicht selbst entzünden und verbrennen oder sich ungewollt in eine Kältestarre versetzen und erfrieren. Beim Lesen lief es mir heiß und kalt den Rücken hinab, so ein Risiko wollte ich keinesfalls eingehen.”
~ Zitat


Vielen Dank lieber Matthias, dass du dir Zeit genommen hast meine Fragen zu beantworten.
Kennst du schon das Buch von Matthias?
Wenn ja, wie hat es dir gefallen?

Signatur Buchblog angeltearz liest

Quellenangabe: Klappentext und Buchcover stammen vom Verlag / Autor.

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2 Kommentare bei “Im Gespräch mit dem Autor Matthias Zimmermann

  • Huhu Steffi,

    danke, für das kurze Interview! :)
    “Kryonium” ist zufällig auch gerade erst bei mir eingezogen und wird morgen zu lesen begonnen. Jetzt bin ich auch noch gespannter, was mich da erwarten wird. :D

    Liebe Grüße
    Alica

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