Was ein Buchcharakter so ausmacht

Buchcharakter
Wer kennt sie nicht? Die Charaktere in Büchern, die man gerne liest. Oder hasst. Wenn man sein Herz an einen Charakter verschenkt oder eben diesen Charaktere aufs Blut hasst. Ist ja schon irgendwie etwas “merkwürdig”, “verrückt”, etwas “creepy”. Weil es diesen Charakter ja eigentlich gar nicht gibt. Oder vielleicht doch. Vielleicht gibt es für diesen Charakter irgendwo einen Menschen, der als Vorlage diente. Als Vorlage für den Autor, um genau diesen einen Charakter ein Gesicht zu geben. Nachher mögen oder hassen wir sogar einen Menschen aufgrund dieses Buchcharakters. Okay, jetzt wird es wirklich verrückt.

Wir Buchblogger gehen oft viel zu selten auf die Charaktere im Buch ein. Böse Zungen behaupten, dass die Charaktere für ein Buch und desse Bewertung nebensächlich seien.
Ich sage, dass das nicht stimmt. Definitiv nicht! Ich versuche es mal ein wenig aufzubröseln.

Die Wichtigkeit

Ein Charakter in einem Buch, ganz egal ob Protagonist (also die Hauptperson) oder Nebencharaktere, ist wichtig. Ich möchte sogar behaupten, dass das Mögen oder Hassen eines dieser Charaktere ausschlaggebend dafür ist, ob man ein Buch mag oder eben nicht. Ich erwische mich selber oft, dass ich einen Charakter ins Herz schließe. Dass ich dann immer mehr von diesem Charakter lesen möchte. Was er gerade tut oder was mit ihm passiert. Gerade wenn das Buch aus verschiedenen Episoden besteht. Sprich, wenn verschiedene Charaktere verschiedene Dinge erleben, die doch irgendwie zusammen gehören. Ich habe schon oft bei Büchern darauf hin gefiebert, dass ein bestimmter Charakter wieder dran ist. Oft sogar ganze Kapitel übersprungen, damit ich wieder mit meinem Lieblingscharakter reisen kann.

Denk mal an dein letztes Buch? Wie haben dir die Charaktere gefallen? Was wäre, wenn der sympathische Charakter dir nicht mehr gefallen würde? Ganz plötzlich? Würde dir das Buch weiterhin gefallen? Ich finde die Antwort schwierig. Ich bin mir da gar nicht mal so sicher, wie es bei mir aussehen würde. Wenn ich einen Charakter nämlich nicht mag, dann verfolge ich seine Geschichte auch nicht gerne.

Ja, ich pauschalisiere hier das Wort “Charakter”. Es ist mir persönlich komplett egal, ob es eine Frau, ein Mann, ein Mädchen, ein Junge, ein Hase, ein Hund oder ein Drache ist. Vielleicht ist es auch ein Fantasywesen, dass es eigentlich gar nicht gibt. Oder eine Person, die kein Geschlecht hat. Ich möchte mich hier auch gar nicht festlegen müssen, weil es buchabhängig ist.

Buchreihen

Als ich diesen Blogbeitrag angefangen habe zu schreiben, fiel mir immer mehr ein. Warum sind meine Lieblingsbuchreihen eigentlich meine Lieblingsbuchreihen?
Es sind die Charaktere! Es ist eindeutig. Ja okay, es gibt auch ein paar andere, ausschlaggebende Dinge, wie der/die Autor/in oder das Setting oder einfach generelle Liebe zu der Reihe. Aber die Charaktere sind immer der Hauptpunkt bei mir.

Beispiele: Ich liebe die “Black Dagger” von J.R. Ward. Ich habe alle, über 30, Bände gelesen und geliebt. Am meisten freue ich mich aber, ein neues Buch aufzuschlagen und wieder umgeben zu sein von den ganzen Charakteren, die ich einfach lieb gewonnen habe. Es ist, als wäre ich wieder zwischen meinen Freunden. Zwischen Charakteren, bei denen ich mich wohl fühle und von denen ich gerne immer mehr erfahren möchte. Mit denen ich etwas erleben möchte.
Oder aber die “Spinnen”-Reihe von Jennifer Estep. Ich mag die Protagonistin Gin Blanco so gerne. Sie ist mir unheimlich sympathisch. Sie ist genau das, was ich unter einer guten Freundin verstehe.

Kannst du das nachvollziehen? Klingt irgendwie schon sehr verrückt, wenn man das noch mal so durchliest. Aber sind wir mal ehrlich, es ist doch so.


Buchcharakter Black Dagger - Der Spion von J. R. Ward

Der arme Autor

Jeder empfinden einen Menschen anders. Der eine mag ihn, der andere nicht. Ganz genauso ist es bei Buchcharakteren. Ich habe es schon oft erlebt, dass ich einen Charakter unglaublich toll fand. Mich dann mit jemand anderen über das Buch unterhalten habe und er/sie dann genau diesen Charakter total doof fand. Die Geschmäcker sind eben unterschiedlich und genau deswegen: Der arme Autor oder die arme Autorin.
Den richtigen Mittelweg zu finden ist sicherlich unheimlich schwer. Man kann es eben auch nicht jeden recht machen. Ich glaube, hier los zulassen und einfach einen Charakter wachsen zu lassen, ist unglaublich schwierig. Jetzt mal von der Sympathie abzusehen.

Ich bin keine Autorin, deswegen ist es für mich schwierig das nachzuvollziehen. Aber sicherlich hat man einen Charakter im Kopf. Möchte da lieber nicht tauschen und nur lesen.

Fakt ist

Charaktere sind unglaublich wichtig in Büchern. Wir hassen sie. Wir lieben sie. Und wir bilden uns immer eine Meinung über diese. Als wären sie real.

Was denkst du darüber?
Sind Charaktere überbewertet oder auch dir so wichtig?
Welcher ist dein Lieblingscharakter?

Signatur Buchblog angeltearz liest

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19 Kommentare bei “Was ein Buchcharakter so ausmacht

  • Also für mich steht und fällt ein Buch mit den Charakteren, wie du schon schreibst: Sie haben unfassbar viel Einfluss darauf, ob ich ein Buch mag oder eben nicht. Bei mir ist es aber so, dass ich eine Figur nicht immer mögen muss. Manchmal ist das ganz schön, wenn man diese in sein Herz schließt und richtig mitfiebert (so war das bei mir bei den Charakteren mit Harry Potter), aber es gibt auch Werke, da mag ich es, wenn die Figur gerade kein Sympathieträger ist, ich Spaß daran habe sie zu hassen oder sie sich in einem Graubereich bewegt. Letzteres finde ich halt immer realistisch, weil niemand von uns perfekt ist, wir alle Fehler machen. Da kann eine Figur dann auch schnell zum Spiegel von einem selbst werden.

    Puh über 30 Bände, dass ist echt viel. Bei der Anzahl muss man die Figuren echt ins Herz schließen, ich glaube sonst bleibt man da auch nicht so lange dran.

    • Da gebe ich dir vollkommen recht. Also das mit den Fehler machen und dass die Charaktere dann realistischer werden. Dann macht ein Buch gleich noch mehr Spaß. :D

  • Hey Steffi :)

    Also ich muss dir da vollkommen zustimmen: für mich steht und fällt ein Buch auch mit den Charakteren. Klar, wenn mich ansonsten alles überzeugt und ich den Charakter manchmal auch nicht mochte, ist mir das nicht so wichtig. Aber prinziell sind die Charaktere für mich wichtig und ich lege da auch immer Wert drauf.

    Bestes Beispiel ist wohl “Legendary” (Stephanie Garber). Ich mochte Tella nicht, schon im ersten Band war sie mir unsympathisch. Und das hat sich im zweiten dann nicht geändert, ist eher nur noch schlimmer geworden. Es hat meinen Lesefluss doch erheblich gestört und irgendwie konnte mich auf alles andere gar nicht richtig konzentrieren.

    Und wo du die Buchreihen angesprochen hast, musste ich sofort an “Psy Changeling” (Nalini Singh) denken. Die Reihe hat mittlerweile 17 Bände und ich liebe sie. Die Charaktere haben da sicher einen sehr großen Einfluss dran und ich freue mich jedes Mal wieder, wenn die “alten” aus den Vorgängerbänden wieder auftauchen^^

    Liebe Grüße
    Andrea

    • Hey Andrea,
      es ist wirklich verrückt oder? Wäre nicht Tella diejenige gewesen, die im Forderung gestanden hätte. Die Geschichte an sich war ja mega. So schade, dass es dir das Buch verdorben hat.

      Das ist echt cool mit der Buchreihe. Die Autorinnen dürfen einfach nicht mehr aufhören an genau dieser Reihe zu schreiben. :D

  • Hi Steffi!
    Da hast du vollkommen recht! Wenn ich einen Protagonisten nicht mag, dann mag ich meistens auch das ganze Buch nicht und will es womöglich auch gar nicht fertiglesen.

    Es ist wichtig, dass ich die (Haupt)Charaktere zumindest sympathisch finde. Noch besser ist es natürlich, wenn ich mich mit ihnen identifizieren kann, wenn ich mit ihnen mitleide und mich mit ihnen freuen kann.

    Liebe Grüße,
    Caro

  • Hallo Steffi,
    ein toller Beitrag! :D
    Für mich ist ein sympathischer Charakter auch sehr ausschlaggebend, wenn ich am Ende ein Fazit zum Buch ziehe. Ich habe zum Beispiel schon Bücher nicht gemocht, weil ich den Protagonisten nicht mochte. Wenn ich mit einer Figur nicht warm werde ist es für mich schwer das Buch gerne zu lesen.
    Andererseits habe ich auch schon mit liebgewonnenen Charaktern gelacht und auch geweint und ja auch richtig geheult, wenn der/die Autor/in eine Figur hat sterben lassen. :'(
    Ich finde die Figuren in Büchern sehr wichtig, denn ich finde, sie hauchen einem Buch doch leben ein. :)
    Liebe Grüße
    Diana

  • Hey liebe Steffi,
    das unterschreibe ich genauso! Ein toller Beitrag.
    Ein Buch kann noch so einen genialen Plot haben oder ein ungewöhnliches Setting, ohne den oder die Charaktere wäre es reizlos. Ich gehe sogar so weit zu sagen dass gerade die fiesen, ungeliebten Charaktere ein Buch erst ausmachen. Ich liebe unbequeme Charaktere (im Reallife allerdings würden wir keine Freunde werden). Wenn die Autor_Innen es schaffen das ich mit den Charakteren leide oder lache hat man mich meist erwischt.
    Ganz stark ist für mich Harry Hole von Jo Nesbø . Man muss den Typ nicht mögen, aber er hat einfach was. Auch Erik Donner von Elias Haller ist so ein sympathischer Unsympath *lach.
    Wer hat nicht mit Lisbeth Salander mitgefiebert oder Kate Burkholder. Ach herrje mir fallen immer mehr ein. Ohne diese Charaktere wären diese Bücher nichtssagend, für mich jedenfalls.
    Liebe Grüße
    Kerstin

    • Hey Kerstin,
      danke dir. :D

      Ein sympathischer Unsympath klingt interessant. Hihi. Ich weiß aber was du meinst. Irgendwie fühlt man sich in diese Charaktere viel mehr ein als in die normalen, glatten Charaktere. Nach Lisbeth Salander und Kate Burkholder muss ich erst mal googlen. ;)

  • Schönen guten Morgen Steffi,

    ich musste jetzt wirklich nachdenken, denn mich fasziniert an Geschichten schon auch das drumherum. Es ist etwas schwierig für mich, mir vorzustellen, bei einem meiner Lieblingsbücher wären die Charaktere jetzt doof *lach* Ob es mich dann genauso beeindrucken würde, da ist echt schwer zu sagen. Aber ich denke tatsächlich: nein.

    Ich muss sie aber nicht lieben, sie müssen nur was an sich haben, was ich interessant finde. Als Beispiel fällt mir grade ein Buch ein dass ich kürzlich gelesen habe, ein historischer Krimi, der erste Fall für Fray und McGrey. Die beiden sind mir tatsächlich nicht so wirklich sympathisch, aber sie haben was, das ungewöhnlich ist, eine sehr kantige, plumpe Art, die ich nicht unbedingt mag, die aber anders ist als andere und es unterhaltsam ist, die beiden bei ihren Wortgefechten zu begleiten.
    Es würde wahrscheinlich mehr Spaß machen, wenn sie mir sympathischer wären, trotzdem war eben auch das Setting gut und der Mordfall spannend, weswegen ich es insgesamt dann schon sehr gerne gelesen hab.

    Trotzdem sind es natürlich (?) die Menschen oder eben Hauptfiguren, mit denen wir mitfiebern oder uns identifizieren, wissen wollen wie sie fühlen, denken, wie sie mit Situationen umgehen oder Lösungen schaffen. Deshalb sind sie wohl auch so wichtig.

    Wenn das andere außen rum nicht stimmt, dann kann mich aber wohl auch ein super sympathischer Charakter nicht umstimmen – ich weiß nicht ob ich diesen Fall schon hatte ^^ Muss ich bei den nächsten Büchern mal drauf achten!

    Deinen Beitrag hab ich heute auch gerne in meiner Stöberrunde verlinkt :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

  • Liebe Steffi,

    ich schneie mal ein wenig später vorbei (Feedly musste ein wenig warten).

    Also, wer behauptet denn, dass Charaktere gar nicht so wichtig sind???
    Um Gottes Willen! Natürlich spielen sie die tragende Rolle. Die Charaktere führen mic durch den Plot, durchs Setting, durch das Buch, umo ausgestalteter, umso besser kann ich sie einschätzen, lieb gewinnen oder eben nicht, ganz gleich.
    Ich finde auch unsympathische Charaktere gut, wenn sie eine gewisse Tiefe haben und ich nicht nur an der Oberfläche schaben muss.

    Liebe Grüße
    Tina

    • Hey Tina,
      wer das behauptet, verrate ich nicht. :D Nachher wird mir wieder Bashing vorgeworfen. ;)

      Tiefe müssen die immer haben bzw. sollten sie immer haben. Das ist immer mega.

  • Hallo Steffi,

    ich würde dir in allen Punkten zustimmen. Wenn ich mit den Hauptfiguren nichts anfangen kann oder mich nicht zumindest in sie hineindenken und – fühlen kann, hat das Buch eigentlich schon gar keine Chance mehr.
    Klar hat es auch einen gewissen Reiz, wenn eine unsympathische Figur die Hauptfigur ist, aber dann fiebere ich doch meist nicht so mit.
    Und wirklich berühren und begeistern können mich dann eben doch die Geschichten, wo ich mit den Figuren richtig mitfühlen kann. Dann können es auch gar nicht genug Bände werden :)
    Lieben Gruß
    Anja

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