Adventskalender 2019 – Türchen 16

Adventskalender 2019 - Türchen 16
Gastbeitrag
Hallo, ich bin Björn Beermann. Ich bin der Autor der Urban Fantasy Romane Mitra Magisches Erbe und Mitra Magische Verwandlungen. Ich möchte meinen Lesern die magische Seite Hamburgs zeigen. Dafür spaziere ich zur Inspiration durch die Gegenden der Hansestadt, die vor Geschichte nur so strahlen und wo die Magie aus den dunklen Ecken tropft.

Worum geht es in den Fantasy Büchern:
Ich schicke meine Titelheldin zur magischen Ausbildung nach Hamburg.

Mitra

Die 16-jährige Mitra Gold hat seit dem Tod ihrer Mutter eine schwere Zeit erlebt. Sie hat sich für eine kaufmännische Ausbildung entschieden. Dafür zieht sie zu ihrer Oma und ihrer Tante nach Hamburg. Dort erfährt sie, warum sie von ihnen bisher ferngehalten wurde: Mildred und Minerva leben in einer Welt der Magie, haben einen Hausgeist und viele Geheimnisse.

Hamburg offenbart Mitra ihre Urban Fantasy-Seite. Erschrocken stellt sie fest, dass sie nicht nur aus einer bemerkenswerten Familie stammt, sondern auch magische Fähigkeiten geerbt hat. Mehr noch: Als „Naturverbundene“ kann sie mit verschiedenen Völkern kommunizieren.

Ich habe für Euch nun ein Kapitel aus Mitra Magisches Erbe genommen, nämlich das, in dem Mitras beste Freundin, Aggy, erfährt, dass Mitra magische Fähigkeiten hat. Dies habe ich nun aus Aggys Sicht beschrieben: Viel Spaß!

Ein Ausschnitt aus dem Kapitel “Shopping und Nixen” aus Mitra Magisches Erbe: Dieses Mal aus Aggys statt aus Mitras Sicht

Aggy tupfte sich mit einer Serviette die Augen trocken und stand auf. „So, jetzt muss ich kurz für elegante Damen. Bin gleich wieder da.“

Mitra schien gar nicht mal so langweilig zu sein, wie sie anfangs gedacht hatte, überlegte sich Aggy als sie Treppe zu den Waschräumen hinunter ging. Sie wäre bereits zufrieden gewesen sie aus diesen langweiligen Klamotten zu bekommen, da sie befürchtete ansonsten in nächster Zeit Augenkrebs zu bekommen. Aber es hatte heute echt Spaß gemacht. Mitra war zwar furchtbar steif und schüchtern aber irgendwie auch ganz süß. Schon fast rührend.

Nachdem sich Aggy die Hände gewaschen hatte, fischte sie ihr Handy heraus. Als sie das Display sah, stockte ihr der Atem. Ein verpasster Anruf von Anja oder wie die es betiteln würde, von ihrer Mutter. Ihr erster Impuls war es diesen einfach zu ignorieren, doch was, wenn es etwas Wichtiges gab, etwas wegen Jason? Aggy schüttelte den Kopf. Nein, diese Furie würde ihr den Tag nicht verderben, wahrscheinlich sollte sie wieder babysitten. Sollte sie sich Jemand Anderes suchen. Sie wischte ihre Wuttränen aus dem Gesicht, richtete ihre Erscheinung und stieg die Treppen hoch ins Café.

Da bemerkte sie Mitra an ihrem Platz in der hinteren Ecke des Cafés sitzen. Sie waren inzwischen so ziemlich die einzigen Gäste und sie schaute einen Stein an. Aggys Mund ging auf, das war kein Stein. Das war … Feuer. Und das Feuer ging in Mitras Arm über. Wieso brannte der Stein? Wieso ließ sie nicht los? Sie konnte sich vor Schreck kaum bewegen. Sie konnte nur gebannt die Szenerie beobachten, die ihr so surreal erschien. Und erst jetzt bemerkte sie das Licht, welches den Stein und Mitra einhüllten. Hier passierte etwas Außergewöhnliches. Aggy schluckte. Etwas Magisches. Und auf einmal war alles vorbei. Das Licht. Das Feuer. Nur Mitra war noch da, die weiß wie eine Wand wirkte. Endlich konnte Aggy sich bewegen.
„Was war das denn?“ Aggy starrte sie mit offenem Mund an.

Mitra ließ augenblicklich den Stein fallen. Es hatten sich Schweißperlen auf ihrer Haut gebildet. Aggy machte einen unbeholfenen Schritt auf sie zu, als Mitra wisperte: „Ich weiß es nicht. Eine Nachricht an mich, glaube ich.“ Während sie immer noch den Stein anstarrte.

Aggy versuchte sich immer noch einen Reim darauf zu machen. Es musste etwas sein, was nüchtern zu erklären war, doch andererseits wünschte sie sich so sehr, dass es Magie war und sie nun Teil eines Abenteuers wurde, dass sie aus diesem elenden und langweiligen Alltag hinaus katapultieren würde, dass sie gar keine Erklärung finden wollte. Wie angewurzelt stand sie vor dem Tisch. Dann fuhr sie sich durchs Haar und schüttelte ihren Kopf. „Wahnsinn!“, sagte sie mehr zu sich als zu Mitra. „Ich glaube, ich brauche jetzt Schokolade.“

Wie ferngesteuert ging sie zum Tresen und bestellte zwei Kakao. Ihr Herz schlug ihr bis in den Kopf hinein und ein Lächeln zierte ihr Gesicht, dass sie nicht unterdrücken konnte oder wollte.
Wenig später kam sie mit zwei dampfenden Tassen Kakao an den Tisch und stellte eine vor Mitra, die sich immer noch nicht bewegt hatte. Erst als sie ihren Sessel vom Tisch wegzog und über den Boden scharren ließ, um sich hinzusetzen, schaute Mitra Aggy an.

„Danke“, flüsterte Mitra, als sie an ihrem Kakao nippte. Sonst reagierte sie überhaupt nicht, als ob sie unter Schock stand. Aggy kaute auf ihrer Unterlippe und wartete mit unverhohlener Neugier darauf, dass Mitra endlich eine Erklärung abgab. Was war das eben gewesen? War es ein Kampf zwischen Gut und Böse? Und Mitra musste die Welt retten? Oder … oder nur ein dämlicher Jahrmarktstrick? Endlich blickte Mitra sie an. Doch blieb immer noch stumm. Das durfte doch nicht wahr sein. Aggys Geduldsfaden riss endgültig. „Du sagst, du hast eine Nachricht bekommen?“
„Ich soll heute Nacht alleine in den Stadtpark gehen.“

Aggys Augen wurden groß. Wie mysteriös. „Wozu?“ Ihr Herz bubberte vor Aufregung.
Mitras zitternde Hände wärmten sich an der Tasse. Sie zuckte mit den Schultern, und dann konnte sie endlich ihren Wortschwall nicht mehr aufhalten. Mitra begann, von ihrer vergangenen Woche zu erzählen und von dem, was sie über sich und ihrer Mutter erfahren hatte, und dass es magische Völker gab, die nicht mehr miteinander redeten. Und auch von einer unheimlichen Stimme, die sie zu verfolgen schien und auf sie lauerte.

Das war besser als sie gehofft hatte. Mit jedem Wort, das Mitra sprach, wurde Aggys Lächeln breiter. Nicht einen Moment traute sie sich das in Frage zu stellen. Es musste wahr sein.

„Das ist nichts Tolles. Selbst wenn ich meine Aussetzer unter Kontrolle hätte. Ich scheine da irgendwie zwischen die Fronten zu geraten. Ich will mein altes Leben zurück“, fuhr es aus Mitra heraus.
Aggy betrachtete sie ungläubig. „Wozu?“ Sie fuchtelte mit ihren Armen, um nach Worten zu suchen. „Du lebst einen Traum. Das ist so aufregend. Erinnere dich doch nur an den Schmetterlingsschwarm. Das war so wunderschön. Und zu deinem Date im Stadtpark begleite ich dich natürlich.“
„Ich soll doch alleine kommen.“

Aggy machte eine wegwerfende Handbewegung. „Ich verstecke mich einfach hinter einem Gebüsch. Und dann mal sehen, ob dir die Stimme helfen kann und was sie überhaupt unter Hilfe versteht.“ Sie schnappte sich ihr Handy und folgte einer plötzlichen Eingebung.

„Das muss ich unbedingt Vera erzählen. Die steht total auf diesen ganzen Fantasy-Kram.“

Mit einem Satz packte Mitra Aggy am Handgelenk, wobei Mitra ihre Tasse umkippte. Der Rest der warmen Schokolade breitete sich schnell über den Tisch aus. „Scheiße!“ Schnell rückte Aggy vom Tisch ab und packte sich flink Servietten und sog damit den entstandenen braunen See auf. „Was sollte das denn?“ Hatte sie was gegen Vera? Sie kannte sie doch noch nicht einmal. Die schöne Schokolade und beinahe hätte sie auch noch ihr Outfit ruiniert. Mitras Outfit war zwar nicht mehr zu retten aber ihr eigenes… Sie funkelte Mitra böse an, doch wurde sofort wieder weich als sie ihr zerknirschtes Gesicht sah. Dieser kleine Tollpatsch. Aggy schüttelte den Kopf.

Mitra tupfte unbeholfen mit ihrer Serviette die letzten Reste vom Tisch. „Tut mir leid. Aber du darfst niemandem von meinem Spleen erzählen. Ich möchte keine Außenseiterin werden, und außerdem scheint das alles ohnehin eher unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit zu passieren.“

Aggys Gesicht leuchtete förmlich auf. „Ein Geheimnis, wie aufregend!“ Sie gab Mitra feierlich die Hand. „Einverstanden! Wahnsinn. Das ist alles so cool.“ Aggys Augen glänzten.
Mitra saß einfach stumm da in Gedanken versunken, wie ein Häufchen Elend. Was war denn bloß los mit ihr? Aggy verstand die Welt nicht mehr.
Ihr Fuß wippte hin und her. Sie konnte nicht mehr stillsitzen, während sie daran dachte was für unglaubliche Dinge vor ihr lagen. Und auf einmal kam ihr ein fantastischer Gedanke, den sie sofort teilen musste.

„Und weißt du, was das Tollste ist? Ich habe mir heute eine schwarze Jeggins und ein enges schwarzes Oberteil gekauft. Perfekt für heute Abend. Als ob ich es geahnt hätte! Vielleicht habe ich ja auch übersinnliche Fähigkeiten?“ Eigentlich war das glasklar. Es war nicht zu leugnen. Und Mitra schien das auch zu glauben, immerhin nickte sie.

„Du, Aggy, gibt es hier in der Nähe einen Park?“

Aggy war ein wenig irritiert auf Grund der völlig zusammenhanglosen Frage. Sie hoffte bloß, dass Mitra noch voll zurechnungsfähig war und nickte.

„Ja, bei der Gertrudenkirche beim Kuhmühlenteich.“

„Ich möchte gerne etwas ausprobieren.“ Mitra erhob sich bereits.

Aggy klatschte vor Aufregung in die Hände. Wunderbar. „Werde ich gleich etwas sehen?“

Mitra zuckte mit den Schultern.

Im Park suchten sie unter einem Baum Unterschlupf, da es zu regnen anfing. Mitra schaute kurz auf den kleinen See.

„Ich kann es nicht gut kontrollieren. Und es ist erst das dritte Mal, dass ich ETWAS machen möchte.“ Sie setzte dabei „etwas“ mit ihren Fingern in Anführungszeichen.

Aggy nickte. Oh man, jetzt kam es darauf an. Mitras Geschichte musste einfach wahr sein. „Okay.“

Mitra seufzte, nahm ihre Tasche, legte sie auf den feuchten Boden und setzte sich darauf. Danach schloss sie ihre Augen und sah so aus als ob sie meditieren wollte, oder so. Zunächst passierte gar nichts. Aggy setzte sich neben sie auf eine ihrer Einkaufstüten, die sie immer zum shoppen mitnahm. Dann suchte sie in ihrer Handtasche nach ihrem Handy. Das schien hier noch länger zu dauern.

Sie tippte gerade eine whatsapp als Mitra auf einmal kurz aufleuchtete und … verschwand. Sie war weg. Von einer Sekunde auf die nächste. Aggy starrte auf die Tasche, auf der Mitra eben noch gesessen hatte. Es war wahr. Es war wahr, jubilierte sie innerlich. Als einige Zeit gar nichts passierte, schaute sie sich um. Musste sie jetzt irgendetwas machen? Oder irgendwo hingehen? Sie zog sich ihre Jacke enger um sich und kaute auf ihrer Lippe, als es auf einmal wieder leuchtete und Mitra leblos wieder auftauchte. Oh nein! Das durfte nicht sein. So ein Mist. Sie rückte zu ihr und kniete sich neben sie, als Mitra ein wenig die Augen öffnete. Mit zitternden Händen wählte sie den Notruf.

„Was ist passiert? Ich ruf den Notarzt. Alles wird gut.“

„Nein, bring mich zu meiner Großmutter“, krächzte Mitra. Sie starrte auf die Wunde am Hals und fragte sich ob diese magischen Ursprungs war. Also ließ sie ihr Handy sinken und half Mitra auf.

Quellenangabe: Klappentext und Buchcover stammen vom Verlag / Autor.

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